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29/11/2017 18:14 CET | Aktualisiert 29/11/2017 18:46 CET

Mann aus Bielefeld muss 20 Liter Wasser am Tag trinken – sonst stirbt er

  • Marc Wübbenhorst muss am Tag 20 Liter Wasser trinken, um nicht zu verdursten

  • Er leidet unter einer seltenen Hormonkrankheit

  • Mehr über die Krankheit erfahrt ihr im Video oben

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit sollte ein gesunder Erwachsener pro Tag zu sich nehmen. Das ist wichtig, damit Nährstoffe und Hormone transportiert und so zum Beispiel Müdigkeit und Schwindel vermieden werden können. Marc Wübbenhorst aus Bielefeld muss allerdings rund 20 Liter Wasser am Tag trinken. Das berichtet er der Zeitung “Neue Westfälische”.

Er leidet unter einer seltenen Nierenerkrankung. In Deutschland gibt es nur 60 bekannte Fälle der Stoffwechselkrankheit Diabetes insipidus renalis. Sie sorgt dafür, dass die Niere kontinuierlich Wasser ausschüttet.

"Ich erlebe nach 2 Stunden, was andere Leute nach 2 bis 3 Tagen haben"

Dem "Sat.1 Frühstücksfernsehen" erzählte er, dass er zwar rund eine Stunde lang den Durst ignorieren kann, im Notfall allerdings nicht länger als eineinhalb Stunden ohne zu trinken auskommen könne. Dann würde es unmittelbar zu Verdurstungserscheinungen kommen: Rissige Hände, trockene Lippen oder Schwierigkeiten, sich zu artikulieren. “Ich erlebe nach zwei Stunden, was andere Leute nach zwei bis drei Tagen haben,” erklärte er in der Sendung.

Allerdings beschränken nicht nur das konstante Durstgefühl und regelmäßige Toilettengänge den Alltag des 35-Jährigen. In seinem ganzen Leben habe er noch nie durchgeschlafen, erzählt er der “Neuen Westfälischen”. Ungefähr alle zwei Stunden stehe er automatisch auf, um die Toilette aufzusuchen und etwas zu trinken.

Viele Reisen nicht möglich

Aber auch größere Unternehmungen wie Reisen sind für den Bielefelder eine Herausforderung oder teilweise ganz unmöglich. Er könne nicht einplanen, was in Notfällen auf langen Flügen passieren würde. Auch Reisen in warme Länder seien für ihn oft nicht möglich.

Auch wenn er als Kind noch unter seiner Krankheit und besonders an dem einhergehenden Schlafmangel gelitten habe, lässt er sich heute davon nicht mehr von ihr einschränken. Der Zeitung sagte er: "Dadurch, dass man sich ständig erklärt, lernt man, mit der Erkrankung umzugehen. Entweder du versteckst dich oder du ziehst es einfach durch."

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(ujo)

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