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28/11/2017 17:11 CET

Schlimme Verbrennungen möglich: Experten warnen vor gefährlichem Trend unter Schülern

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Bei der "Chili Pepper Challenge" reiben Schüler Chili-Schoten auf die Haut und in die Augen ihrer Klassenkameraden.

  • Ein gefährlicher Trend aus Frankreich verbreitet sich offenbar auf Schulhöfen

  • Bei der "Chili Pepper Challenge" reiben Schüler Chili-Schoten auf die Haut und in die Augen ihrer Klassenkameraden

  • Jetzt warnt sogar die französische Polizei vor diesem Trend

Eine neue besorgniserregender Art der Mutprobe verbreitet sich auf Schulhöfen. Der neue Trend heißt “Chili Pepper Challenge” und ist bisher besonders unter Kindern und Jugendlichen in Frankreich beliebt.

Die Challenge besteht daraus, heimlich eine besonders scharfe Chili-Schote in die Schule zu bringen, sie in den Händen aufzubrechen und einem Mitschüler die Chili-bedeckten Hände oder die Kerne spontan in den Rachen zu stecken oder in die Augen zu reiben.

Eine weitere Variante der Challenge ist, sich selbst damit einzureiben. Es dreht sich alles darum, den Schmerz auszuhalten, den die Chili-Schote verursacht.

Polizei warnt die Eltern mit einem Facebook-Post

Die französische Polizei hat sogar schon öffentlich vor dem absurden Internet-Phänomen gewarnt, das sich hauptsächlich über Facebook verbreitet hat:

"Da Aufklärung sich als bestes Mittel erweist, um Internet-Phänomene aufzuhalten, ist es notwenig, offen mit Kindern über die Gefahr dieses Trends zu sprechen", rät die Polizei Eltern. Es sei wichtig, Kindern klar zu machen, wie gefährlich Mutproben sein können. Die "Chili Pepper Challenge" sei kein harmloses Spiel.

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Was nach dem Kontakt mit Schoten und Kernen zu tun ist

In der Tat: Chili-Schoten können starke Verbrennungen auf der Haut hervorrufen. Sie beinhalten den Stoff Capsaicin, der die Schärfe verursacht - dieser Stoff ist auch vergleichbar mit chemischen Reizstoffen, die in Pfefferspray enthalten sind.

Aber auch der Kontakt mit den Augen oder Rachenschleimhäuten kann gefährlich werden - auch durch eine weniger scharfe Schote.

Der Kontakt mit der Haut oder den Augen kann starke Rötungen und Verbrennungen verursachen. Das "British Columbia Drug and Poison Information Centre" (BC DPIC) rät im Falle einer Verbrennung, das Auge für etwa fünf Minuten vorsichtig mit lauwarmen Wasser auszuspülen.

Bei Hautkontakt raten die Experten, pflanzliches Öl auf die betroffene Stelle aufzutragen und es nach fünf bis zehn Minuten mit Seife und Wasser abzuwaschen. Das könne mehrmals wiederholt werden.

Wenn es zur Inhalation der Kerne kommt, können die Symptome von gereizten und brennenden Schleimhäuten bis hin zu Übelkeit und Erbrechen reichen. Hier empfiehlt das BC DPIC, den Mund auszuspülen und ein Glas Wasser oder Milch zu trinken. Eiswürfel lutschen kann ebenfalls zur Linderung beitragen.

In Deutschland gab es bisher nur vereinzelte Fälle

Die französische Polizei habe glücklicherweise noch keine Meldungen von schwerwiegenden Fällen zu vermelden, berichtet das Portal "The Local".

Eine Schule in Romilly-sur-Seine im Norden Frankreichs sah sich allerdings gezwungen, die Eltern vor der Challenge zu warnen , nachdem drei Schüler wegen "leichter Verbrennungen" behandelt werden mussten.

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Trotzdem verbreitet sich die "Chili Pepper Challenge" immer noch weiter auf Spielplätzen und Schulhöfen. Auch in Deutschland seien bereits vereinzelt Fälle aufgetreten, schreibt die Zeitschrift "Brigitte".

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(lk)

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