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28/11/2017 17:32 CET | Aktualisiert 28/11/2017 17:37 CET

Bahn gibt eigene Ziele zur Pünktlichkeit auf - so spöttisch kommentiert das Netz

dpa / huffpost
Bahn gibt Pünktlichkeitsziel auf – So kommentieren Twitter-Nutzer die Nachricht

  • Die Deutsche Bahn hat ihr Pünktlichkeitsziel für 2017 aufgegeben

  • Ursprünglich sollten 81 Prozent der Züge pünktlich ans Ziel kommen

  • Auf Twitter schlägt der Beförderungsgesellschaft dafür nur Häme entgegen

Signalstörung, umgefallene Bäume, Personenunfälle: Die Gründe für die Verspätungen der Deutschen Bahn sind ebenso vielseitig wie häufig. Wer regelmäßig mit dem Zug unterwegs ist, hat längst verstanden, nicht all zu viel auf die "planmäßige Ankunftszeit" zu geben.

Umso überraschender kommt für viele Zugreisende nun, dass die Deutsche Bahn (DB) ihr selbst ernanntes Pünktlichkeitsziel für dieses Jahr vorerst aufgibt. Die Nachricht wirft vor allem eine Frage auf: Gab es das eigentlich?

”Bin froh, wenn mein Zug überhaupt bis ans Ziel fährt”

Tatsächlich hatte sich die Bahn zuletzt eine Quote von 81 Prozent pünktlicher Fernzüge für das Gesamtjahr vorgenommen. Das sei nun nicht mehr erreichbar, sagte Bahnchef Richard Lutz der "Süddeutschen Zeitung" am Dienstag.

Viele Twitter-Nutzer reagierten mit bissigen Kommentaren auf diese Nachricht. "Die Bahn konzentriert sich jetzt auf alternative Pünktlichkeit", schreibt ein User etwa.

Ein anderer meint: "Die Bahn hat ein Pünktlichkeitsziel? Die können doch schon froh sein, daß sie nicht mehr als zwei Züge pro Tag im Wald verschlampen!"

Wieder ein anderer lässt durchblicken, dass Pünktlichkeit nicht mal seine Priorität sei. "Ich bin froh, wenn mein Zug überhaupt bis an sein Ziel fährt und nicht wegen einer Lok-Störung oder Baustelle nur die Hälfte (der Strecke) fährt."

Mehr zum Thema: Verstaatlicht die Deutsche Bahn endlich wieder!

Werden jetzt die Preise erhöht?

Trotz der vielen Verspätungen hat die Deutsche Bahn ihre Fahrpreise in den vergangenen Jahren stetig weiter angehoben, zuletzt im Dezember 2016, um zwei bis 2,5 Prozent.

Auch darauf gingen Twitternutzer in ihren Kommentaren ein. "Die Deutsche Bahn gibt ihr Pünktlichkeitsziel auf. Werden jetzt die Preise entsprechend erhöht, weil die Fahrgäste sich länger in der Bahn aufhalten?”, fragt einer.

"Xavier" ist Schuld

Immerhin beteuert Bahnchef Lutz, das Versagen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Das ärgert uns", sagte er gegenüber der "SZ". “Wir hatten den Kunden mehr versprochen.”

Doch gerade im zweiten Halbjahr sei zu viel passiert, als dass sich dieses Ziel einhalten hätte lassen. Unwetter, wie Sturm "Xavier", hätten die DB vor massive Probleme gestellt. Viele Strecken hätten wegen umgefallener Bäume vorübergehend gesperrt werden müssen. Es sei zu Ausfällen und Verspätungen im Zugbetrieb gekommen.

In Zukunft wolle man daher besser vorbereitet sein, etwa durch sorgfältige Kontrollen von Bäumen und Sträuchern entlang der Gleise, sagte Lutz.

Trotz allem will die Bahn an ihrem langfristigen Ziel von 85 Prozent pünktlichen Zügen festhalten, "auch wenn auf dem Weg dorthin beträchtliche Hindernisse zu beseitigen sind", sagte Lutz der “SZ”.

Mit Material der dpa.

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(ll)

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