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28/11/2017 17:17 CET | Aktualisiert 28/11/2017 17:22 CET

Aus diesem Grund verlieren wir im Winter mehr Haare als sonst

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"Nur weil du im vergangenen Monat mehr Haare als sonst gelassen hat, muss das nicht gleich Grund zur Sorge sein."

  • Im Winter verlieren wir mehr Haare als im Sommer

  • Zwei Experten erklären jetzt, warum das kein Grund zur Sorge ist

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Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Refinery29.

Für die meisten von uns ist es wohl einer der schlimmsten Alpträume: Wenn sich am Vorabend eines Dates ein ätzender Pickel auf der Stirn ankündigt, wenn der Selbstbräuner ungleichmäßige Streifen im Gesicht hinterlassen hat oder wenn einem aus unerklärlichen Gründen die Haare ausfallen.

Die ersten beiden Vorfälle lassen sich mit etwas Geduld, einem Peeling und ordentlich Salicylsäure behandeln, Haarausfall wirkt hingegen gleich um ein Vielfaches bedrohlicher.

Es gibt diverse psychologische Begründungen, warum Haarausfall für viele einer Katastrophe gleicht. Kaum ein anderes äußeres Merkmal ist so sehr mit Weiblichkeit konnotiert wie unser Haar.

Sie sind Schutzmantel und tragen zugleich in großen Teilen zu unserer Erscheinung bei. Niemand will, dass sie ausfallen.

Die Haare befinden sich im Winter in der "Shedding"-Phase

Haarausfall ist eine komplexe Angelegenheit, denn es gibt mindestens genauso viele Ursachen für sie wie beispielsweise für Akne oder Schlaflosigkeit.

Aber hey, es gibt auch gute Nachrichten: Nur weil du im vergangenen Monat mehr Haare als sonst gelassen hat, muss das nicht gleich Grund zur Sorge sein. Wahrscheinlich hast du sogar rein gar nichts zu befürchten. Im Winter befinden sich die Haare nämlich in der sogenannten "Shedding“-Phase.

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"Der Wachstumszyklus der Kopfbehaarung durchläuft drei Phasen“, erklärt Daniel Isaacs, Chief Product Officer bei Nanogen. "Es gibt die anagene Phase, das ist die Wachstumsphase, die etwa 3-6 Monate dauert, die Übergangs-Katagenphase, die ein paar Wochen andauert, und schließlich die Ruhe-Phase, die als Telogen bezeichnet wird. Sie dauert etwa drei Monate.“

Die Kopfhaut braucht im Winter weniger Schutz vor der Sonne

Während der Telogen-Phase, die in der Regel gegen Ende des Sommers und Anfang des Herbstes einsetzt, ruht das Haar. In dieser Zeit wird altes Haar abgestoßen, wohingegen nur wenige neue Haare nachwachsen.

Aufgrund des ungleichen Verhältnisses wird der Haarausfall stärker bemerkbar.

"Wenn sich die Jahreszeiten verschieben, scheint es so, als würden sich die Haare länger in der telogenen Phase befinden. Warum das so ist, weiß bisher niemand so genau. Es gibt die Idee, dass es eine evolutionäre Sache ist, weil die Kopfhaut im Winter tendenziell weniger Schutz vor der Sonne benötigt als im Sommer, weshalb dann auch weniger Haare nachwachsen. Dies würde auch erklären, warum wir ausgefallene Haarmengen deutlich größer als normal empfinden,“ fügt Isaacs hinzu.

Stress kann ebenfalls zu Haarausfall führen

Natürlich verlieren wir jeden Tag Haare – wahrscheinlich sogar mehr als wir denken. Der Trichologe Iain Sallis sagt: "Wir verlieren pro Tag etwa 100 Haare. Es können auch mal bis zu 150 sein, das ist trotzdem noch im grünen Bereich. Besorgniserregend wird es erst, wenn man mehr als 150 am Tag verliert.“ (Andere Trichologen legen den Durchschnitt mit 80 Haaren pro Tag etwas niedriger an.)

Nun ist es aber so, dass niemand die Zeit und Muße hat, täglich jede einzelne Haarsträhne zu zählen, die man verliert. Es muss also andere Möglichkeiten geben, um dies zu überprüfen.

Isaacs und Sallis weisen beide darauf hin, dass es ein ernsthaftes Problem gebe, wenn Haare in ganzen Knäueln anstatt in Strähnen ausfallen oder man kahle Stellen an der Kopfhaut findet.

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Aggressive chemische Behandlung sollte vermieden werden

"Bedenken Sie auch, dass Stress zu Haarausfall führen kann. Es nützt also auch nichts, sich ständig wie besessen über seinen Haarausfall auszulassen“, bemerkt Isaacs zudem.

Wenn du von saisonalem Haarausfall betroffen bist, solltest du dich langfristig auf die Gesundheit deiner Kopfhaut konzentrieren, die zugegebenermaßen unsexy, aber laut Isaacs und Sallis sehr wichtig ist.

"Unser Haar ist totes Keratin. Das heißt, unsere Kopfhaut ist im Wesentlichen mitverantwortlich dafür, dass unsere Haare gesund bleiben“, erklärt Isaacs, während Sallis anmerkt: "Die Kopfhaut und die Haare müssen wir wie zwei verschiedene Körperteile behandeln.“

Shampoo reinigt sowohl die Kopfhaut als auch das Haar. Isaacs empfiehlt darüber hinaus, eine nährende Maske sowie ein Serum in die tägliche Waschroutine mit einzubauen, da sie länger mit der Kopfhaut und den Haaren in Kontakt kommen. Aggressive chemische Behandlungen sollte man ebenfalls meiden.

Nehmt euch Zeit für eure Haare und die Kopfhaut

Kurzum: Ein leichter Anstieg des Haarausfalls zur jetzigen Jahreszeit ist ganz normal und sollte uns nicht in Panik versetzen. Aber denkt dran: Nicht nur eure Haut braucht im Winter eine extra Portion Pflege. Nehmt euch auch Zeit für eure Haare und die Kopfhaut, wenn das Quecksilber fällt.

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Wenn du glaubst, dass du überproportional viele Haare verlierst, deine Haare büschelweise ausfallen oder sich kahle Stellen auf dem Kopf andeuten, solltest du dringend einen Dermatologen aufsuchen und die Ursache abklären. Sicher ist sicher!

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(ame)