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28/11/2017 11:37 CET

5 starke Geschichten, die zeigen, wie falsch Islamhasser liegen

Sascha Schuermann via Getty Images
5 starke Geschichten, die zeigen, wie falsch Islamhasser liegen

  • Islamhasser nutzen jeden Anlass, um gegen Muslime zu hetzen

  • Was sie nicht erzählen: Die Geschichten von Muslimen, die sich für Christen starkmachen

In Deutschland leben 4,7 Millionen Muslime, weltweit etwa 1,6 Milliarden.

Es sind säkulare, liberale, konservative oder radikale Menschen. Mit anderen Worten: Der Islam ist vielfältig.

Trotzdem ätzen nach jedem Terroranschlag Islamhasser, "die Muslime" seien schuld. Die Islamphoben nutzen die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung aus, um ihre vernichtenden Pauschalurteile zu verbreiten. Und sie finden Gehör. Nach jedem neuen islamistischen Anschlag, gibt es mehr Übergriffe auf Muslime in Deutschland - von rassistischen Parolen bis hin zu körperlichen Angriffen auf Frauen mit Kopftuch.

Was die Islamophoben verschweigen: Es gibt viele Muslime, die sich für ihr Land und vor allem für ihre Mitmenschen selbstlos einsetzen. Egal welcher Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung diese sind.

1. Muslime bauen Kirchen auf und riskieren ihr Leben für Juden

Muslimische Flüchtlinge aus Syrien haben 2015 im sachsen-anhaltischen Weferlingen geholfen, die Kirche sauber zu machen. Sie wollten sich mit Besen und Schaufel dafür bedanken, dass ihnen die evangelische Kirchengemeinde half, Deutsch zu lernen.

Im Irak helfen muslimische Jugendliche beim Wiederaufbau von Kirchen, die die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zerstört hat. “Es gibt keinen Unterschied zwischen Christen und Muslimen. Wir laden unsere christlichen Brüder zurück in ihre Häuser und Kirchen ein", sagte ein Helfer laut Medienberichten.

Im Zweiten Weltkrieg haben Muslime sogar ihr Leben riskiert, um Juden und Gegnern der Nationalsozialisten zu helfen. Der Gründer der Großen Pariser Moschee, Si Kaddour Benghabrit, rettete wohl mehr als 1600 Juden das Leben, indem er sie in der Moschee versteckte. Damit sie ausreisen konnten, verschaffte er vielen von ihnen muslimische Identitäten.

Mehr zum Thema: Dieser Satz einer jungen Muslima zeigt eine Wahrheit, die Islamgegner nicht gerne hören werden

Auch Mohamed Helmy, ein Arzt mit arabischen Wurzeln, versteckte in Berlin Juden und Nazi-Gegner und versorgte sie mit Lebensmitteln und Medikamenten.

2. Muslime kümmern sich um Flüchtlinge in Deutschland

Während Islamhasser damit beschäftigt sind, sich über muslimische Flüchtlinge aufzuregen, helfen Muslimen den in Not geratenen Menschen.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung setzt sich fast jeder zweite Muslim für Migranten ein - aber nur jeder fünfte Christ.

Dua Zeitun aus Osnabrück ist eine der muslimischen Helferinnen. Sie brachte Flüchtlinge vorübergehend in Moscheen und Gastfamilien unter. Ihre Eltern unterstützen sie dabei. Zeitweise lebten vier bis fünf syrische Flüchtlingsfamilien gleichzeitig in ihrem Haus.

Das Engagement auch in anderen Städten groß: In München bot Imam Benjamin Idriz an, bis zu 1000 Flüchtlinge in 20 muslimischen Gemeinden unterzubringen. In Dortmund halfen zahlreiche muslimische Ehrenamtliche von früh bis spät im Dietrich-Keuning-Haus. In dem soziokulturellen Zentrum fanden viele Flüchtlinge zeitweise Unterkunft.

Die Öffentlichkeit bekommt von solchen Aktionen oft nichts mit. Denn viele Helfer und Vereine betreiben keine PR mit ihrer Solidarität.

3. Muslime helfen Obdachlosen und Katastrophen-Opfern

Doch nicht nur gegenüber Flüchtlingen zeigen sich Muslime hilfsbereit. Sie engagieren sich für zahlreiche Menschen in Not.

Ein Syrer in Berlin wollte sich bei den Deutschen bedanken, die ihn so herzlich empfangen haben. Deswegen kochte der 37-jährige Alex Assali unter einer Brücke in der Hauptstadt und verteilte die Speisen an Obdachlose. Er fühlt sich ihnen verbunden, weil er nachvollziehen kann, wie es ist, alles verloren zu haben. Am liebsten bereitete er übrigens Spätzle zu.

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.

Als der Hurrikan Harvey in Texas wütete, ging eine Gruppe junger Muslime auf die Straße, um ihren Nachbarn zu helfen. Mehr als 140 Mitglieder der Organisationen Muslim Youth USA und Ahmadiyya Muslim Youth Association verteilten Essen, Wasser und andere Vorräte in Houston.

4. Muslime kämpfen gegen Gewalt und Terror

Heranwachsende mit Migrationshintergrund leben oft hin und her gerissen zwischen den Traditionen ihrer Familie und der deutschen Gesellschaft. Patriarchale Strukturen hindern Jungen wie Mädchen daran, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Muslime der Organisation Strohhalm gehen deswegen in Schulen und veranstalten Seminare, um zum Beispiel zu erklären, warum auch Muslime auf Klassenfahrt gehen sollten.

So wollen sie verhindern, dass sich junge Menschen radikalisieren, weil sie sich in ihrer Familie oder der deutschen Gesellschaft nicht aufgehoben fühlen.

Auch Mimoun Berissoun arbeitet als Coach für ein solches Projekt. Mit “180-Grad-Wende” wollen junge Muslime Jugendlichen mit ähnlicher kultureller Prägung ein Vorbild sein und sie bei Problemen unterstützen. Dabei arbeiten sie eng mit der Polizei zusammen.

Immer wieder helfen Muslime ganz handfest im Kampf gegen Gewalt und Terror. Wie bei einer Attacke in einem Hamburger Supermarkt. Dort ging ein Mann mit einem Messer auf Passanten los. Einen Menschen tötete er dabei, fünf andere verletzte er. Auf seiner Flucht ging er auf weitere Personen los - bis ihn eine Gruppe von Muslimen stoppte und überwältigte. Sie hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest und können so verhindern, dass weitere Menschen verletzt wurden.

Mehr zum Thema: "Der Islam ist kein Problem, das man lösen muss"

Auch in Leipzig halfen Muslime der Polizei bei einer Festnahme. Die Männer hatten den flüchtigen Terrorverdächtigen Jakob al-Bakr zunächst in ihrer Wohnung in Leipzig beherbergt. Als ihnen klar wurde, wen sie vor sich hatten, überwältigten und fesselten sie ihn und übergaben ihn anschließend der Polizei. Al-Bakr soll einen Anschlag in Deutschland vorbereitet haben.

In Köln fand diesen Sommer eine Demonstration unter dem Motto “Nicht mit uns” statt. Tausende Menschen, darunter viele Muslime, demonstrierten gegen islamistischen Terror.

5. Muslime engagieren sich nach dem Anschlag in Manchester

Nach dem Terroranschlag in Manchester boten muslimische Taxifahrer Gratis-Fahrten an, Muslime leisteten medizinische Hilfe, brachten Essen, hörten den Entsetzten zu. Muslims Engagement and Development und andere von Muslimen geleitete Initiativen sammelten Spenden für die Opfer und ihre Familien.

Islamhasser können diese Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, dieses Engagement verschweigen, verleugnen. Wirklichkeit ist all das trotzdem.

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(sk)