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25/11/2017 18:20 CET | Aktualisiert 25/11/2017 18:26 CET

Überall Dreck, Kot, Blut: Jugendamt muss verwahrloste "Wolfskinder" aus mehreren Familien retten

_Ella_ via Getty Images
Jugendamt muss verwahrloste "Wolfskinder" aus mehreren Familien retten (Symbolbild)

  • Im Raum Kitzingen in Bayern hat das Jugendamt mit mehreren Fällen verwahrloster Kinder zu kämpfen

  • Besonders brisant ist der Fall einer Sechsjährigen

  • “Die Sechsjährige kann nichts", sagt der zuständige Sozialpädagoge

“Wir sehen ein Ausmaß von Verwahrlosungen, wie es noch nie da war”, sagt Bernd Adler, Sozialpädagoge und Leiter des Allgemeinen sozialen Dienstes in Kitzingen. Das Jugendamt hat momentan mit mehreren Fällen von völlig im Stich gelassenen Kindern zu kämpfen.

Besonders brisant ist der Fall einer Familie mit vier Kindern aus der mittelfränkischen Kreisstadt. Die Eltern sollen im Amphetaminrausch gelebt haben, während die Kinder völlig verwahrlost seien, wie das Nachrichtenportal “Infranken” berichtet.

In der Wohnung: überall Dreck und – und das kleine Mädchen. “Die Sechsjährige kann nichts. Sie spuckt, beißt, schlägt, tritt um sich”, so Adler gegenüber dem Nachrichtenportal.

Die zuständigen Mitarbeiter des Jugendamts bezeichnen das Mädchen demnach als “Wolfskind”. Ihr Zustand erinnere an Kinder aus Legenden, die von Tiere großgezogen wurden.

Noch weitere Fälle von Verwahrlosung

Auch die anderen drei Kinder - darunter ein Baby - wurden aus der Familie geholt. Jetzt sollen sie in Pflegefamilien oder einem Heim untergebracht werde.

Einfach werde das nicht. Die Sechsjährige verletze sich immer wieder selbst und soll auch eine Betreuerin attackiert haben.

Auch eine Schule hatte das Kind bislang nicht besucht. Vorerst soll sie dort nur stundenweise am Unterricht teilnehmen und benötigt Einzelbetreuung.

Aber die Familie mit den vier Kindern ist nicht der einzige Fall von Verwahrlosung. In einem anderen Fall mussten die Kitzinger Polizei und das Jugendamt zwei Kinder retten, die in einer verwahrlosten Wohnung gelebt hatten. Ihre Eltern sollen sich nach extrem Alkoholkonsum so sehr verletzt haben, dass “alles voller Blut war”.

Und auch aus einer dritten Familie mussten drei Kinder genommen werden.

Weshalb sich die Fälle momentan derart häufen, kann Adler sich nicht erklären.

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(lp)