POLITIK
25/11/2017 09:37 CET | Aktualisiert 25/11/2017 13:56 CET

Trump will nicht noch mal "Person des Jahres" werden und erntet für die Begründung Hohn und Spott

  • US-Präsident Donald Trump behauptet, erneut zur "Person des Jahres" des renommierten US-Magazins "Time" ernannt worden zu sein

  • Doch den Titel habe er abgelehnt - weil er keine Lust auf ein Interview und Fotos hatte

  • Über diesen Narzissmus spotten nun zahlreiche Twitter-Nutzer

Übermut tut selten gut, heißt ein altes Stichwort. Das "Time"-Magazin hat US-Präsident Donald Trump nach dessen eigenen Angaben telefonisch darüber informiert, dass er "wahrscheinlich" wie im vergangenen Jahr wieder zur "Person des Jahres" gekürt werde.

Jedes Jahr wählt das renommierte Magazin eine Person (oder eine Idee), welche die Nachrichten und die Welt im jeweiligen Jahr am meisten beeinflusst hat - sei es im guten oder im schlechten Sinn.

Aber Trump habe abgewinkt, teilte der Republikaner am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter mit, wobei er das Wort "wahrscheinlich" in Großbuchstaben tippte. Andernfalls, so Trump, hätte er sich zu einem Interview und einer umfassenderen Fotositzung bereiterklären müssen, so Trump weiter. "Ich sagte, wahrscheinlich ist nicht gut und habe verzichtet. Trotzdem vielen Dank!"

Spott eines Tennisstars

"Time" erklärte auf Twitter, Trump sei "inkorrekt", was die Art und Weise betreffe, wie das Magazin seine "Person des Jahres" wähle. Die Publikation äußere sich nicht über ihre Wahl, bis diese am 6. Dezember bekanntgegeben werde.

Deutlicher wurde der Chief Content Officer der "Time". "Unglaublich. Nicht ein Hauch von Wahrheit in der Geschichte", twitterte Alan Murray‏ - um dann nachzuschieben: "Kompletter Bullshit."

Falls Trump tatsächlich erneut zur "Person des Jahres" gekürt werden sollte, wäre es das erste Mal, dass jemand den Titel zweimal hintereinander bekommen würde. In der Vergangenheit ist es allerdings schon vorgekommen, dass dieselbe Person mehrmals den Titel zugesprochen bekam, darunter auch Trump-Vorgänger Barack Obama (2008 und 2012) und Ex-US-Präsident George W. Bush (2000 und 2004).

Über die absurde Reaktion Trumps spottete der britische Tennisstar Andy Murray, derzeit Zweiter der Weltrangliste. Auf Twitter schrieb er:

"Die BBC hat mich gerade angerufen und gesagt, ich werde WAHRSCHEINLICH zum Sportler des Jahres ernannt. Aber ich müsste einem Interview und einem großen Fotoshooting zustimmen. Ich sagte, wahrscheinlich ist nicht gut und habe verzichtet. Vielen Dank!"

Einfach weiteres Fake-Cover drucken

Auch andere Twitter-Nutzer fanden Trumps Tweet geschmacklos und witzelten über den US-Präsidenten wegen seines "fragilen Egos" und seiner "Obsession" mit dem Magazin.

So schreibt US-Schauspielerin Patricia Arquette mit Blick auf im Juni enthüllte gefälschte "Times"-Titelbilder, die Trump mit seinem Konterfei in seinem Golfclub aufhängte: "Du kannst dir immer ein weiteres Fake-Cover drucken."

Die Journalistin Sarah Kendzior bemerkte: "'Time' sollte Putin zum 'Mann des Jahres' machen, sodass Trumps fragiles Ego

mit seiner verräterischen Ehrerbietung öffentlich kämpfen muss."

"Ich war 'Times' 'Person des Jahres' im Jahr 2006. Die haben mich nicht für ein Interview oder Fotoshooting gefragt", scherzt ein anderer Nutzer.

Nicht zuletzt erinnert Kyle Griffin daran, dass Trump "eine Obsession mit 'Time'" habe. Habe der US-Präsident doch mehre Male protestiert, nicht zur "Person des Jahres" ernannt oder in der Liste der 100 einflussreichsten Leute aufgenommen worden zu sein.

(Mit Material der dpa)

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(ujo)

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