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25/11/2017 17:15 CET | Aktualisiert 26/11/2017 00:00 CET

Rätsel um Geisterboote: Immer wieder stranden nordkoreanische Schiffe voll mit Leichen vor Japan

  • In Japan werden immer wieder nordkoreanische Geisterschiffe an Land gezogen

  • Es gibt zahlreiche Berichte über Leichen, die auf den Booten gefunden wurden

  • Wieso sich dieses Rätsel nun bald lösen könnte, seht ihr im Video oben

Es sind erschütternde wie mysteriöse Fälle, mit denen die japanische Küstenwache bereits seit Jahren konfrontiert ist. Immer wieder werden an der japanischen Küste nordkoreanische “Geisterschiffe” voll mit Leichen aufgelesen.

Nun scheinen die Japaner der Aufklärung allerdings einen Schritt näher zu kommen: Im November wurde wieder ein solches Boot an Land gezogen, dieses Mal allerdings mit acht Überlebenden an Bord. Die japanischen Behörden wollen diese medizinisch untersuchen und befragen, wie internationale Medien berichten.

Jährlich 60 Geisterschiffe

Der Hintergrund: Jedes Jahr müssen rund 60 dieser Fischerboote aus dem Wasser geholt werden, wie etwa der britische "Guardian" berichtet.

Die Spekulationen, wieso sie bis an die ferne japanische Küste gespült werden, reichen von Fluchtversuchen bis hin zu Spionage-Angriffen.

Allerdings: Nordkoreaner, die flüchten wollen, tun dies viel eher über den Landweg nach Südkorea oder China. Die Seelinie zwischen Japan und Nordkorea beträgt aber fast 1000 Kilometer und ist deshalb als Fluchtweg gefährlich und ungeeignet.

Die gestrandeten Boote sind meist extrem alt und weder mit GPS ausgestattet, noch haben sie viel Ausrüstung an Bord. Man vermutet also eher, dass die Fischer aufgrund der extremen Hungersnot in Nordkorea auf hohe See fahren, um dort Fang zu machen.

Gestrandete wollen so schnell es geht zurück

Wie prekär die Situation in Nordkorea tatsächlich ist, zeigte kürzlich auch die Untersuchung eines nordkoreanischen Flüchtlings, der völlig unterernährt und von Parasiten befallen war.

Die acht Überlebenden des gestrandeten Schiffes wollen allerdings trotzdem so schnell es geht wieder nach Nordkorea zurück. Weitere Aussagen konnten die japanischen Behörden den Nordkoreanern bisher nicht entlocken.

In der Vergangenheit kam Japan den Wünschen von Nordkoreanern, die ungewollt auf der Insel gelandet waren, meist nach, und man übergab sie auf hoher See nordkoreanischen Schiffen. Den Familien der Männer und Frauen – so glaubt man – würden aufgrund der Flucht ihrer Angehörigen in der Heimat sonst drastische Strafen drohen.

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(lp)

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