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24/11/2017 14:45 CET | Aktualisiert 24/11/2017 15:04 CET

Der Mann hatte starke Verbrennungen - ohne seinen Zwilling hätte er nicht überlebt

dpa
Die Haut eines Patienten war zu 95 Prozent verbrannt - er hatte kaum Chancen zu überleben. Sein Zwillingsbruder war der einzige, der ihn retten konnte

  • Die Haut eines Patienten war zu 95 Prozent verbrannt - er hatte kaum Chancen zu überleben

  • Sein eineiiger Zwillingsbruder entschied sich zu helfen und spendete die Hälfte seiner Haut

  • Wieso das eine sehr seltene Rettungsaktion bleibt

Ein Feuer verbrannte ihm fast seine gesamte Haut. Trotzdem lebte ein Mann in Frankreich noch, als er ins Krankenhaus kam. Aber keiner wusste, wie lange noch.

"Franck, so heißt er, wurde im September 2016 eingeliefert, mit Verbrennungen dritten Grades von 95 Prozent seiner Haut", sagt Maurice Mimoun, Chirurg am Saint-Louis-Krankenhaus. "Jeder, der an dem Tag Dienst hatte, war niedergeschlagen, weil wir wussten, dass seine Überlebenschancen quasi bei Null lagen."

Nur sein Bruder konnte ihn retten

Doch am nächsten Tag sei Francks Familie ins Krankenhaus gekommen und mit ihr sein eineiiger Zwillingsbruder Eric. "Da gab es plötzlich große Hoffnung", sagt Mimoun. Denn anders als bei anderen Spendern stößt das Immunsystem eines Patienten transplantierte Haut von genetisch identischen Zwillingen nicht ab.

Französische Chirurgen entschieden sich, die nach eigenen Angaben umfassendste Hauttransplantation aller Zeiten durchzuführen.

Der Zwilling gab die Hälfte seiner Haut

Eric ließ sich insgesamt die Hälfte seiner Haut abnehmen, um das Leben seines Bruders zu retten, berichtete der Sender Franceinfo. Mit einer Spezialmaschine wurde die Haut gedehnt, um die verbrannten 95 Prozent bei Franck abdecken zu können.

Auf der gesamten Fläche wurde ihm in drei Operationen Haut seines eineiigen Zwillings transplantiert, teilten die öffentlichen Krankenhäuser von Paris später mit.

Die Forschung hofft auf "Universalhaut"

Eineiige Zwillinge sind selten, sodass eine solche Transplantation die Ausnahme bleiben dürfte. Dass die OP glückte, berge dennoch Hoffnung für alle Opfer großflächiger Verbrennungen, sagt Mimoun: Wenn es sogenannte Universalhaut gäbe, die das Immunsystem nicht abstößt, könne ein Opfer auch mit so großflächigen Verbrennungen gerettet werden.

Daran forschen Wissenschaftler noch. Mimoun ist sicher: "Das ist kein Traum. Wir sind fast da."

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(jds)

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