POLITIK
24/11/2017 12:07 CET | Aktualisiert 24/11/2017 12:09 CET

"Kein Recht auf Nazipropaganda": Kölner Studenten brüllen Polizei-Gewerkschafter Wendt nieder

ullstein bild via Getty Images
Polizeigewerkschafter Rainer Wendt

  • Polizeigewerkschafter Rainer Wendt ist in Köln von Studenten niedergebrüllt worden

  • Wendt blieb trotz der Anfeindungen ruhig

Der Polizeigewerkschafter Rainer Wendt ist nicht dafür bekannt, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Das tut er auch bei seinen aktuellen Vorträgen nicht.

Aktuell reist Wendt mit einem Auftritt mit dem Thema "Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft" durch die Republik. Das schmeckt nicht jedem.

Die Goethe-Universität Frankfurt hatte erst vor wenigen Wochen einen Auftritt Wendts abgesagt. Das forderten Kölner Studenten auch für einen Auftritt von Wendt an ihrer Uni. Doch die Hochschule wollte davon nichts wissen. Also trat Wendt an der Uni auf.

Und es kam, was kommen musste.

"Zwischenrufen, Pfiffen und Schmähungen"

Zu Wort kam er nicht, wie "Focus Online" und die "Welt" berichten.

Über eine halbe Stunde sollen die Demonstranten mit Zwischenrufen, Pfiffen und Schmähungen den Beginn der Veranstaltung verzögert haben, heißt es.

Die Studenten entrollten Transparente mit der Aufschrift "Antifa-Zone" oder "Herzen öffnen, Rassismus bekämpfen" und riefen "es gibt kein Recht auf Nazipropaganda".

Erst ein Einwurf der Moderatorin brachte die aufgebrachten Studenten zur Ruhe: "Schreien Sie, wenn was Rassistisches kommt, dann brechen wir hier alles ab, aber lassen Sie Herrn Wendt wenigstens zu Wort kommen."

Wendt verabschiedet sich mit salomonischen Worten

Doch lange hielt die Ruhe nicht. Immer wieder rufen die Studenten dazwischen. Eine wird schließlich aus dem Saal geworfen.

Rainer Wendt sagte zum Abschied: "Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer die Freiheit haben werden, so laut zu schreien, wie Sie es heute Abend getan haben. Ich werde mich dafür einsetzen."

Wendt steht auch in der Kritik, weil er jahrelang ein Polizeigehalt kassiert haben soll, ohne dass er als Polizist gearbeitet hat. Ermittlungen gegen Wendt wegen Untreue wurden aber kürzlich eingestellt.

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