POLITIK
24/11/2017 08:22 CET

Slomka fragt Söder im "Heute-Journal" nach dem CSU-Machtkampf - seine Antwort macht sie sprachlos

zdf
Markus Söder im ZDF

  • In der CSU tobt ein offener Machtkampf um die Nachfolge von Horst Seehofer

  • Nur einer will von diesem Machtkampf nichts wissen: Seehofers möglicher Nachfolger Markus Söder

  • Das führte im "Heute-Journal" zu einer kuriosen Szene

Der Machtkampf in der CSU soll nach den Worten von Bayerns Finanzminister Markus Söder in den kommenden Tagen endgültig gelöst werden.

"In zehn Tagen circa soll dann weißer Rauch aufsteigen und ein geschlossenes und einiges Ergebnis zum Parteitag präsentiert werden", sagte Söder am Donnerstagabend im ZDF-"Heute-Journal" gegenüber Moderatorin Marietta Slomka.

Söder wird als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 und als Nachfolger von CSU-Parteichef Horst Seehofer gehandelt. Der aber versucht das zu verhindern und einen eigenen Nachfolger durchzudrücken. Der in der Öffentlichkeit ausgetragene Machtkampf führt seit Monaten zu Reibereien in der Partei.

"Habe ich Sie gerade richtig verstanden?"

Die CSU sei keine gespaltene Partei und es gebe auch keine unterschiedlichen Lager, versicherte dagegen Söder im ZDF.

An dieser Stelle hakte Slomka sichtlich verwundert ein.

"Herr Söder, habe ich Sie da gerade richtig verstanden", fragte sie amüsiert, "es gibt in der CSU keine Lager?"

Der sonst so redselige Söder wird für einige Sekunden sprachlos und blickt zu Boden.

Dann berappelt er sich und sagt: "Genau."

Ob dieser Realitätsverweigerung wirkt nun wiederum Slomka sprachlos, aber legt dann spitz lächelnd nach: "Nicht ernsthaft, oder?"

"Natürlich gibt es Diskussionen"

Söder: "Doch, selbstverständlich. Es wird ja immer von Außen sehr stark gemacht, es gebe die Lager und die Lager, das stimmt nicht. Im Endefekt eint uns alle das tiefe Bewusstsein, dass wir bislang eine sehr erfolgreiche Arbeit für Bayern gemacht haben und wir wollen das auch fortsetzen und natürlich gibt es Diskussionen nach so einem Wahlergebnis."

Da dürfe man nicht "bös drüber sein", das sei ganz normal.

Was sicher ist: Horst Seehofer wird diese Diskussion politisch nicht überleben. Es geht derzeit nur noch um das Wie seines Abgangs und nicht mehr um das Ob.

Seehofer hatte seine persönliche Zukunft in einer CSU-Vorstandssitzung am Donnerstag zunächst offengelassen. Er wolle nun bis Anfang Dezember Gespräche über eine "Zukunftslösung" für die Partei führen, hieß es.

In der Partei wurde erwartet, dass es auf eine Doppelspitze hinauslaufen könnte. Demnach könnte Seehofer auf dem Parteitag im Dezember noch einmal als Parteichef antreten, das Ministerpräsidentenamt aber abgeben - etwa an seinen Rivalen Söder.

Mehr zum Thema: Machtkampf in Bayern: Seehofer kämpft bis zum bitteren Ende

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(amr)

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