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25/11/2017 11:00 CET | Aktualisiert 25/11/2017 11:33 CET

Ein Tourist findet in Paris einen Liebesbrief - auch heute stellt er ihn noch vor ein Rätsel

  • Der Filmemacher Doug Brock fand in einem Second-Hand-Städteführer etwas ganz Besonderes

  • Zwischen den Seiten entdeckte er einen alten Liebesbrief

  • Nun ist der US-Amerikaner auf der Suche nach den Liebenden

Henri liebt Betty. Und Henri liebt Monet. Das ist alles was Doug Block weiß. Der freischaffende Filmemacher flog 2015 mit seiner Frau nach Paris, um ihren 30. Hochzeitstag zu feiern. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Er würde mit einem Rätsel in der Tasche wieder zurückkehren.

Terror in der Stadt der Liebe

Die beiden hatten ein paar wunderschöne Tage. Leider hielt ihre Harmonie nicht bis zum Ende des Trips: Am 13. November befanden sie sich zwar in Sicherheit, mussten aber miterleben, wie Attentäter Paris heimsuchten. “Ich erinnere mich daran, gedacht zu haben: Nein, nicht Paris. Die Stadt der Liebe und der Romantik wird nun für immer mit Terror in Verbindung gebracht werden.”

Doug und seine Frau wollten das so nicht hinnehmen und Paris mit schönen Erinnerungen verlassen. Die beiden entschieden sich, einen langen Spaziergang zu machen und Doug griff zu seinem kleinen Second-Hand-Guide über Paris, den er noch in den Staaten gekauft hatte. Noch bevor er ihn überhaupt komplett öffnen konnte, fiel ein Briefumschlag vor seine Füße.

"Ich hoffe, du findest mich, Frieden und die Schönheit dieser Stadt."

Er war unverschlossen und es befand sich eine Karte darin. Auf der Karte zu sehen: Das Gemälde “Woman Seated under the Willows” von Monet. Der Inhalt faszinierte Doug. Es war ein leidenschaftlicher Liebesbrief. Ein “Henri” beteuerte darin immer wieder seine Liebe zu “Betty”.

So heißt es im Brief: “Meine Liebste, wirst du mich am Musee D’Orsay suchen? Ich werde da sein, mit meinem Geist und meiner Seele, aber nicht körperlich. Du wirst dort meine Liebe zu Monet erkennen. Ich hoffe, du findest dort mich, Frieden und die Schönheit einer Stadt, in der ich so gerne sein würde - mit dir. Ich liebe dich mehr als es Worte sagen können, mein Engel. Du bist die Quelle meiner Freude. Nicht mit dir nach Paris zu können ist schwer. Paris ist für zwei gedacht. Eine Stadt der Liebe. Bitte behalt mich nahe an deinem Herzen, bei allen Schritten, die du tust. Genieße es. Avec Amor, Henri.“

Doug war so fasziniert von Henris Brief, dass er sofort, als er wieder in den USA ankam, seine Suche aufnahm. Er befragte die Freunde, durch die er das Büchlein erhalten hatte, suchte einen Detektiv auf, einen Graphologen und sogar einen Wahrsager. Er fand auch eine Betty, leider nicht die, die er suchte. Seine gesamte Suche und die damit verbundenen Begegnungen verarbeitet er nun zu einem Film.

Das Auflösen der Geschichte könnte sie zerstören

Ein paar Anhaltspunkte hat Doug: Henri hat in seinen französischen Wörtern Fehler gemacht, ist also wahrscheinlich kein Muttersprachler. Außerdem glaubt Doug, dass Henri das Gemälde nicht zufällig ausgewählt hat. Weiden, wie sie im Bild zu sehen sind, sind eigentlich ein Zeichen der Trauer. Doug könnte also krank oder bereits tot gewesen sein, was auch sein Fernbleiben erklärt.

Aber so gern er die beiden auch finden würde, irgendetwas in ihm will, dass es ein Mysterium bleibt. “Es geht auch ein wenig um das Idealisieren von Betty und Henri. Jeder hat eine andere Theorie, wer sie sein könnten. Vielleicht ist die Geschichte gar nicht so spannend und das Auflösen würde sie zerstören”, sagte er gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtensender "CNN".

Trotzdem ruft Doug auf Twitter dazu auf, ihm dabei zu helfen. Wer die Handschrift erkennt, solle sich doch bitte bei ihm melden.

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(ujo)

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