POLITIK
23/11/2017 10:42 CET | Aktualisiert 23/11/2017 11:35 CET

"Weinerliche Haltung von Männern!": Nach Merkel-Mutti-Vergleich von Lanz wird Özdemir laut

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Cem Özdemir hat genug von "weinerlichen Männern" in der Politik

  • Talkshow-Deutschland hat den Abbruch der Verhandlungen über eine mögliche Jamaika-Koalition noch nicht verwunden

  • Auch bei "Markus Lanz" erschöpfte sich die Diskussion lange in politischen Was-wäre-wenn-Szenarien

  • Für Aufsehen sorgte schließlich die Reaktion Cem Özdemirs auf einen kruden Vergleich von Moderator Lanz

Das Jamaika-Scheitern macht auch vor "Markus Lanz" nicht halt. Zwar saßen am Dienstagabend auch die Kaulitz-Brüder aus der Band Tokio Hotel in der ZDF-Sendung - aber eben auch der Journalist Wolfram Weinder, der SPD-Politiker Olaf Scholz und der Grüne Cem Özdemir.

Wer hat Schuld am Jamaika-Aus? Wer regiert in Zukunft Deutschland? Was planen Union, FDP, Grüne und SPD? Moderator Lanz klapperte im Laufe der Show den Fragenkatalog der letzten Tage ab.

Nur einmal kam wirklich Stimmung in die Runde. Lanz hatte da gerade nach der emotionalen Seite der Politik gefragt - und ein Sprachbild verwendet, das Cem Özdemir zu einem eindringlich vorgetragenen Appell veranlasste.

Lanz: "Wie muss ich mir das vorstellen, wie im Sandkasten?"

"Man kann hart in der Sache sein, aber den Konkurrenten als Mensch achten", hatte Özdemir zuvor gesagt.

Es ging da um Christian Lindner und wie dieser seine Absage an Jamaika begründet habe. Das Gesamtgefühl habe ihm nicht gepasst, habe Lindner zu ihm gesagt, behauptete Özdemir. Und fügte hinzu: "Gefühle sind wichtig, aber in der Politik geht es um Fakten."

Mehr zum Thema: "Danke, Horst Seehofer": Die erstaunliche Rede von Grünen-Chef Özdemir nach dem Jamaika-Aus im Wortlaut

Lanz wollte aber nach einem kurzen Gespräch mit SPD-Mann Scholz doch bei den Gefühlen bleiben. "Wie muss man sich das vorstellen", fragte Lanz zu Özdemir gewandt, "wie im Sandkasten? Der Lindner will zur Mama auf den Schoß, aber da sitzt schon der Cem Özdemir?"

Eine unwürdige Formulierung, wie auch der Grünen-Politiker bemerkte. "Frau Merkel, wenn Sie die meinen, ist nicht meine Mutter - sie ist die Bundeskanzlerin von Deutschland", sagte Özdemir. Überhaupt werde der Kanzlerin zu viel angelastet.

Özdemir: "Das geht mir sowas von auf den Zeiger"

Özdemir sagte: "Mich stört das übrigens auch, dieses 'Wir haben der Merkel nicht vertraut'. Und als die FDP aus dem Bundestag flog, lag alles an der Merkel."

Der Grüne empörte sich schließlich: "Ich kann diese weinerliche Haltung von Männern nicht mehr hören, die ein Problem haben mit starken Frauen oder mit Frauen, die in der Politik sind. Das geht mir sowas von auf den Zeiger."

Vom Publikum gab es dafür tosenden Applaus. Markus Lanz hatte da schon eingeworfen, ein "falsches Sprachbild" benutzt zu haben. Aber Özdemir war noch nicht fertig.

Zum Scheitern von Jamaika fügte er noch halb im Spaß hinzu: "Vielleicht liegt es daran, dass die FDP nicht so viele Frauen an der Spitze hat."

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(ujo)

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