WIRTSCHAFT
23/11/2017 11:06 CET | Aktualisiert 23/11/2017 17:11 CET

Experte: Ein Detail verbergen viele Bewerber im Lebenslauf - dabei kann es entscheidend sein

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Die meisten lassen ein Detail im Lebenslauf weg, dabei kann es entscheidend sein.

  • Viele Bewerber geben in ihrem Lebenslauf keine Hobbys an

  • Dabei kann ein spezielles Interesse ein entscheidender Vorteil im Bewerbungsverfahren sein

  • Ein Karriereberater aber warnt: Bei gewissen Freizeitaktivitäten ist Vorsicht geboten

Sport, Musik, Kochen - jeder Mensch hat Hobbys, mit denen er gerne seine Freizeit verbringt. Und glaubt man den meisten Onlinevorlagen, gehören die gehören auch in den Lebenslauf.

Trotzdem: Viele Bewerber verzichten darauf, Freizeitbeschäftigungen im CV anzugeben.

Doch das ist ein Fehler. Denn Personaler achten durchaus auf Hobbys, sagt Karriereberater Markus Böhler von der Personalberatung Hartlieb der HuffPost. Denn sie könnten erste Hinweise auf die Persönlichkeit liefern.

Laut einer Umfrage des Job-Portals “Karrierebibel” wollen 82 Prozent der Personaler Hobbys im Lebenslauf sehen. Auch wenn die Angabe von Freizeitbeschäftigungen den Auswahlprozess nicht beeinflusse, ergebe sich dadurch durchaus ein vollständigeres Bild. Das bestätigt auch Böhler.

"So konkret wie möglich"

Aber: Es gilt darauf zu achten, welche Hobbys ihr im Lebenslauf angebt. “Lesen, Reisen und Kochen alleine so genannt sind langweilig", sagt Böhler. Der Bewerber mache sich damit nicht interessant - im Gegenteil.

Der Experte rät deshalb: “Bitte konkret, auch wenn das Hobby sehr speziell sein mag. Besondere Interessen wie beispielsweise japanische Krimis aus dem 19. Jahrhundert merkt sich jeder.” Und das verschaffe dem Kandidaten einen Vorteil. “Dadurch differenziert man sich, bleibt in Erinnerung.”

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Sollte der Personaler rein zufällig das gleiche außergewöhnliche Hobby haben, dann sei das natürlich ein Volltreffer. Aber selbst wenn nicht, werde er sich etwas Spezielles auf jeden Fall viel eher merken als das zum tausendsten Mal gelesene Hobby "Kochen". “Nicht zuletzt hat man ein bisschen Futter für Small Talk bei Begrüßung und Verabschiedung”, sagt Böhler.

Vorsicht bei passiven Hobbys

Aufpassen solltet ihr aber, wenn es um extreme Hobbys wie Basejumpen oder Fallschirmspringen geht, heißt es bei “Karrierebibel”. Denn dadurch erwecke der Bewerber schnell den Eindruck, dass ihm beispielsweise ein eher bodenständiger Bürojob vielleicht schnell zu langweilig werden könnte.

Außerdem könne so schnell der Eindruck entstehen, dass der Kandidat für eine Stelle nicht geeignet sei, die ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit und Verantwortung beinhalte.

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Noch negativer könnten aber passive Hobby wie Kino oder Computerspiele ausgelegt werden. Denn solche Freizeitbeschäftigungen sprächen nicht gerade dafür, ein Teamplayer zu sein, warnen Experten.

Also: Versucht, so genau wie möglich zu werden, wenn es um eure Hobbys geht. Denn wenn ihr regelmäßig ayurvedisches Essen mit original indischen Bio-Gewürzen kocht, dann macht euch das sicher interessanter, als wenn der Personaler nur “Kochen” im Lebenslauf liest - um dann im Gespräch zu hören, dass es sich bei den Gerichten eigentlich nur um Spaghetti mit Tomatensoße handelt.

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(lk)