WIRTSCHAFT
23/11/2017 08:30 CET | Aktualisiert 23/11/2017 15:20 CET

Cyber Week verändert Verhalten: Wer eine Regel befolgt, kann trotzdem sparen

svetikd via Getty Images
Jetzt fasst mehr und mehr auch der in den USA für seine Rabattschlachten bekannte Black Friday Fuß in der Bundesrepublik - und mit ihm das Online-Gegenstück, der Cyber Monday. Der Handelsverband Deutschland rechnet damit, dass die Schnäppchentage an diesem Freitag und dem darauffolgenden Montag für zusätzliche Umsätze von rund 1,7 Milliarden Euro sorgen werden.

  • Ende November locken Cyber Week und Black Friday zum Weihnachtsshopping

  • Wieso solche Aktionen für den deutschen Handel wichtig sind

  • Verbraucher brauchen bei den Angeboten aber einen kühlen Kopf, wenn sie wirklich sparen wollen

Black Friday und Cyber Monday: Die in den USA für ihre Rabattschlachten bekannten Tage gewinnen auch in Deutschland an Bedeutung. Der Handelsverband Deutschland rechnet damit, dass die Schnäppchentage an diesem Freitag und dem darauffolgenden Montag für zusätzliche Umsätze von rund 1,7 Milliarden Euro sorgen werden.

Für den Marketingexperten Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU steht fest: "Black Friday und Cyber Monday sind heute schon sehr wichtig für den Handel – und sie werden immer wichtiger. Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen."

Traditionell fällt der Black Friday, der schwarze Freitag, auf den Tag nach dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving, in diesem Jahr der 24. November.

Für die Amerikaner ist das ein Brückentag, den sie gerne für Weihnachtsshopping nutzen. Für die Händler signalisiert er den Start in die heiße Phase des Geschenkegeschäfts. Der Cyber Monday, der Internettag, folgt drei Tage später.

Auch immer mehr Händler in Deutschland sind bei dem Rabattmarathon dabei - und machen aus den zwei Schnäppchentagen oft eine ganze Woche. Amazon Deutschland etwa startete seine Cyber-Monday-Woche bereits am vergangenen Montag und verspricht den Kunden mehr als 55.000 Angebote.

Die Elektronikmarktkette Saturn lockt mit einer "Black Week" und verspricht "die besten Angebote des Jahres". Auch viele andere bis hin zur Supermarktkette Real und der Warenhauskette Karstadt werben mit Sonderangeboten.


Die Umsätze verschieben sich

Tatsächlich hat der Rummel um den Black Friday und den Cyber Monday nach einer gemeinsam von Ebay und dem Kölner Handelsforschungsinstitut ECC durchgeführten Analyse schon das Einkaufsverhalten der Bundesbürger verändert. Zumindest wenn es um Online-Shopping geht.

"Es findet eine Verschiebung der Umsätze insbesondere von der ersten Dezemberhälfte auf die zweite Novemberhälfte statt", sagt Eben Sermon, Vizepräsident von Ebay Deutschland.

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Diese Regel hilt wirkliche Schnäppchen zu finden - und sie ist einfach

Doch auch wenn viele Händler mit Sonderangeboten locken, raten Verbraucherschützer den Konsumenten, kühlen Kopf zu bewahren.

  • Verzichtet also auch im Black-Friday-Trubel nicht auf Preisvergleiche.

Stichproben des Preisvergleichsportals Guenstiger.de ergaben im vergangenen Jahr, dass nur jedes zweite getestete Angebot wirklich ein Schnäppchen war.

Bei einem Viertel der Sonderangebote zahlten Käufer am Ende mehr als bei konkurrierenden Händlern, ein weiteres Viertel entsprach den üblichen Marktpreisen.

  • Auch wenn dramatische Reduzierungen von 30, 40 oder 50 Prozent angeboten würden, sei dies mit Vorsicht zu genießen, betonen Experten.

Denn diese bezögen sich oft auf die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller, die in vielen Fällen deutlich über den aktuellen Marktpreisen liegen.

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Was bedeutet Black Friday

Ungewiss ist trotz der wachsenden Bedeutung des Tages, woher der Name Black Friday eigentlich stammt. Eine Theorie ist, dass der Name auf die Menschenmassen in den Straßen und Einkaufszentren zurückzuführen ist, die an diesem Tag in vielen amerikanischen Metropolen unterwegs sind.

Eine andere erklärt den Namen damit, dass die Händler an diesem umsatzstarken Tag die Chance haben, in die Gewinnzone zu kommen - also schwarze Zahlen zu schreiben.

Ungewiss sind in den Augen der Experten aber auch die langfristigen Folgen der Rabattschlacht. Der Marketingexperte Fassnacht warnt: "Solche Rabatttage sind ein zweischneidiges Schwert. Sie sorgen für mehr Verkäufe. Aber solche Aktionen stärken auch den Trend zur Discount-Gesellschaft. Rabatte sind eine starke Droge. Es wird dadurch immer schwieriger, Produkte noch zu normalen Preisen zu verkaufen."

Nicht bei dem Rabattrummel mitmachen will die Drogeriemarktkette dm. Sie hat einen eigenen Weg im Umgang mit dem Black Friday gefunden.

Unter dem Motto "Giving Friday" (etwa: Geschenkfreitag) spendet das Unternehmen fünf Prozent des Tagesumsatzes am 24. November an verschiedene Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Die Ladenpreise für die Kunden bleiben dabei unverändert.

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(cho)

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