POLITIK
23/11/2017 19:52 CET

Seehofer will Machtwechsel in Bayern offenbar hinauszögern

Joerg Koch via Getty Images
Seehofer will Machtwechsel in Bayern offenbar hinauszögern

  • Die CSU will ihren Führungsstreit beilegen

  • Es sieht nach einer Doppelspitze aus - Söder soll Ministerpräsident werden, Seehofer bleibt Parteichef

  • Allerdings versucht Seehofer, die Entscheidung hinauszuzögern - und will erst im Dezember entscheiden

Bayern steht offenbar kurz vor einem Machtwechsel - doch wenn es nach CSU-Chef Horst Seehofer geht, kann es damit noch etwas warten.

Noch bis Anfang Dezember wolle er Gespräche über eine "Zukunftslösung" für die Partei führen, soll er während einer Sitzung des Parteivorstands am Donnerstagabend gesagt haben.

Eine Palastrevolution nach bayrischer Gemütlichkeit.

"Befriedende Lösung"

Zu dieser Stunde tagt die CSU-Führung. Ganz oben auf der Tagesordnung: Wie entscheidet sich der parteiinterne Machtkampf zwischen Seehofer und seinem Herausforderer Markus Söder.

Nach wochenlangem Machtkampf kündigte Seehofer eine "befriedende" Lösung für die künftige personelle Aufstellung an.

In der Partei wird nun allgemein erwartet, dass es auf eine Doppelspitze hinauslaufen könnte - auch wenn es dazu zunächst keine Entscheidung gab.

Aussichtsreichster Nachfolgekandidat in Bayern ist Söder

CSU-intern wurde nun erwartet, dass Seehofer auf dem Parteitag im Dezember noch einmal als Parteivorsitzender antreten, das Ministerpräsidentenamt aber abgeben könnte.

Aussichtsreichster Nachfolgekandidat in Bayern ist Söder. Der 50-Jährige betonte, es gebe den klaren Willen, am Ende miteinander und geschlossen zu guten Ergebnissen zu kommen.

Seehofer betonte vor Beginn einer Landtagsfraktionssitzung, er wolle alles dazu beitragen, "dass wir zu einer Harmonie und einer Kameradschaft und Kollegialität in der CSU wieder zurückkehren".

"Müssen wieder geschlossen als CSU auftreten"

"Mein Bestreben ist, dass wir die verschiedenen Interessen zusammenführen und dass wir am Ende eines solchen Prozesses wieder sehr geschlossen als Christlich-Soziale Union auftreten, wie es eigentlich zu unserer Tradition gehört", sagte er.

Das sei sein Hauptziel, über das er mit allen "Hauptbeteiligten" sprechen wolle.

Auch mit Söder habe er "intensiven Kontakt", sagte der CSU-Vorsitzende auf Nachfrage. Zudem wollte er zwischen der Fraktions- und der Vorstandssitzung am Abend weitere Gespräche führen. Das Ganze sei ein "offener Prozess".

Seehofer steht seit dem Absturz der CSU auf nur noch 38,8 Prozent bei der Bundestagswahl massiv unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben. Die Junge Union etwa forderte den Rückzug des 68-Jährigen als Ministerpräsident spätestens zur Landtagswahl im Herbst 2018.

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