POLITIK
22/11/2017 06:26 CET | Aktualisiert 22/11/2017 07:15 CET

Jürgen Trittin: Ab März gilt wieder voller Familiennachzug - "und das ist auch gut so"

Thomas Peter / Reuters
Jürgen Trittin: Ab März gilt wieder voller Familiennachzug - "und das ist auch gut so"

  • In einem Interview erneuert der Grünen-Politiker Jürgen Trittin seine Kritik am Jamaika-Abbruch durch die FDP

  • Gleichzeitig betont er, dass durch diesen Abbruch der Familiennachzug ab März 2018 wieder voll gelte

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin gibt FDP-Chef Christian Lindner die alleinige Schuld am Scheitern der Sondierungsgespräche. Er wirft ihm vor, den Abgang inszeniert zu haben.

"Die Verantwortung trägt nur einer alleine, und das ist Christian Lindner“, erklärte der Grünen-Politiker in einem Interview mit der "Passauer Neuen Presse". "Die Anzeichen, dass er am Ende die Tür zuknallen würde, hatten sich seit Freitag gehäuft, gerade als sich zwischen allen Sondierern auch in den schwierigen Fragen Annäherungen abzeichneten."

Den Ausstieg kurz vor Mitternacht am Sonntag habe Lindner dann mit großer Geste vollzogen. "Aber das war komplett inszeniert und vorbereitet.“

Und habe laut Trittin einen Nebeneffekt: Das eingeschränkte Nachzugsrecht für Familienangehörige von Flüchtlingen würde ab März wieder voll gelten. "Das ist die Rechtslage. Indem Christian Lindner Jamaika beendet hat, wird sich daran aller Voraussicht nach nichts ändern. Und das ist auch gut so“, sagte er.

"Wir Grüne reden mit allen demokratischen Parteien über eine Regierungsbildung"

Auf die Frage, ob er sich wieder mit der FDP an den Verhandlungstisch setzen würde, sagte Trittin: "Wir Grüne reden mit allen demokratischen Parteien über eine Regierungsbildung. Dabei bleibt es und dazu bleibe auch ich bereit. Wenn es das Wahlergebnis erfordert, müssen demokratische Parteien handlungs- und regierungsfähig sein.“

Es gebe aber zwei Parteien, die sich verweigerten, kritisierte er: die FDP und die SPD.

Trittin: "Der Klimaschutz wartet nicht auf Neuwahlen"

Sollte es zu Neuwahlen kommen, würden die Grünen weder Programm noch Spitzenkandidaten ändern, sagte Trittin. "Wir sind mit Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir an der Spitze in den letzten Wahlkampf und in die Sondierungen gegangen. Es gibt keinen Anlass, daran jetzt etwas zu ändern.“

Von der amtierenden Bundesregierung fordert Trittin, dass sie trotz der gegenwärtigen Unsicherheitsphase wichtige Themen vorantreibt. "Der Klimaschutz wartet nicht auf Neuwahlen. Die geschäftsführende Regierung muss jetzt handeln, um die Klimaschutzziele 2020 zu erreichen“, sagte er.

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