POLITIK
22/11/2017 17:50 CET | Aktualisiert 22/11/2017 18:30 CET

Eklat in der Schweiz: Berüchtigte Muslim-Aktivistin vergleicht Burka-Verbot mit Holocaust

  • Eine Funktionärin des Schweizer Islamrats hat das Burka-Verbot in Österreich mit dem Holocaust in Verbindung gebracht

  • Ihr Tweet lässt User fassungslos zurück

  • Es ist nur eine von vielen provokanten Aktionen der Aktivistin

Auf Twitter erbost der Beitrag einer prominenten Schweizer Muslim-Funktionärin die Nutzer. Nora Illi, die Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS), hat eine Bildkomposition getwittert:

Eine vollverschleierte Frau neben der Gittertür eines Konzentrationslagers mit der Aufschrift "Arbeit macht frei".

Darunter der Satz "'Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.' Nicht erst wenn es soweit ist." Dazu kommen die Hashtags, die auf den Holocaust hinweisen wie #Dachau und #Neveragain.

Der IZRS hat den Tweet mit dem Zitat, das verschiedene Quellen zugeschrieben wird, über seinen Account weiterverbreitet.

Illi, so bestätigt sie es der HuffPost auf Anfrage, will mit dem Post das Verbot der Vollverschleierung in Österreich kritisieren, das seit Oktober in Kraft ist. "Mit meinem Post wollte ich darauf aufmerksam machen, zu was gezielt gegen eine Minderheit gerichtete Gesetze führen können", erklärt Illi.

"Geht's noch?"

Der Journalist Kurt Pelda reagierte auf Twitter fassungslos: "Nora Illi vergleicht das Niqab-Verbot in Österreich mit der Judenvernichtung. Dabei ist sie mit einem Mann verheiratet, der wegen antisemitischer Rassendiskriminierung verurteilt wurde. Geht‘s noch?"

Ein anderer User wittert schon eine Fake-Account, weil ihm der Tweet so absurd vorkommt. Doch dem ist nicht so.

Illi verteidigt ihren Tweet

Illi fühlt sich im Recht, verweist darauf, dass Forschungen Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie ergeben hätten.

Fakt ist: In Österreich verhängen die Behörden eine Ordnungsstrafe von 150 Euro, wenn sie in der Öffentlichkeit Menschen antreffen, die ihr Gesicht verdecken. Das Gesetz soll de facto die Vollverschleierung von Musliminnen unterbinden, allerdings werden auch Menschen, die etwa mit Masken unterwegs sind, mit Strafe belegt.

Fakt ist: Im Holocaust haben die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden ermordet.

Holocaust-Vergleiche sind selten eine intelligente Idee und noch seltener moralisch gerechtfertigt. Weil sie letztlich Monströses verharmlosen. Der vorliegende Fall macht dakeine Ausnahme.

Illi reiste nach Österreich und spazierte vollverschleiert durch Wien

Illis Tweet passt zu ihrer Taktik der Provokation. Nur einen Tag, bevor sie den Tweet absetzte, schlenderte sie mit Mitstreiterinnen vollverschleiert durch Wiens Innenstadt. Der IZRS twitterte eifrig live die Entwicklungen.

Wie österreichische Medien berichten, wurden Illi und drei weitere Frauen zur Polizeiwache gebracht, ihnen droht eine Anzeige. Der IZRS meldete, jede habe 100 Euro Sicherheitsleistung hinterlegen müssen.

Illi ist auch dem deutschen Fernsehpublikum bekannt. Vor einem Jahr trat sie in der Talkshow "Anne Will" auf, wie üblich voll verschleiert, weil dies für sie Freiheit und Selbstbestimmung bedeute.

Auch 2014 fiel der IZRS mit einer provokanten Aktion auf. In einem martialischen Imagefilm prangerte er Verfolgung und Diskriminierung von Muslimen an und lässt vermummte Männer dem Träger einer Fahne zu Hilfe eilen, die an die Optik der Terrormiliz IS angelehnt ist. Liberale Muslime in der Schweiz hatten sich von dem Film distanziert.

Mehr zum Thema: Keine Religion, sondern Politik: Nora Illi steht beispielhaft für einen politischen Islam

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.

(ben)

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