POLITIK
22/11/2017 11:17 CET | Aktualisiert 22/11/2017 11:25 CET

"Ist mir zu blöd": Kubicki liefert bei "Maischberger" ganz neue Version für das Jamaika-Aus

  • Auch vier Tage nach dem Jamaika-Aus geht die Suche nach den Schuldigen weiter

  • Bei "Maischberger" präsentierte der FDP-Vize Kubicki jetzt eine neue Version der Ereignisse

  • Kubickis Auftritt seht ihr auch oben im Video

Seit Sonntagabend 23:50 Uhr die Jamaika-Partner ihre Verhandlungen eingestellt haben, werden die Erklärungen für das Aus immer verwirrender.

Einmal soll die FDP Schuld sein, oder der Grünen-Mann Jürgen Trittin oder gar die Kanzlerin persönlich.

Mehr zum Thema: Es gibt 4 Theorien, warum Jamaika gescheitert ist - das ist die wahrscheinlichste

Seit gestern Abend "Maischberger" auf Sendung ging, ist die Republik um eine Theorie reicher. FDP-Vize Wolfgang Kubicki erklärte dort durchaus überraschend die CSU zum Schuldigen.

Seehofer schaut auf die Uhr

Kubicki erzählt, was passierte, nachdem Lindner in der Runde der Verhandler verkündet hatte, dass die FDP die Verhandlungen abbricht:

"Wir haben ungefähr zehn Minuten lang miteinander geredet. Frau Merkel hat noch gefragt, ob das die endgültige Auffassung sei. Herr Özdemir hat erklärt, sie seien uns doch jetzt beim Soli entgegengekommen ... und sie würden jetzt den Vorschlag der Bundeskanzlerin übernehmen."

Dann habe CSU-Chef Horst Seehofer das Wort ergriffen, erklärt Kubicki:

"Herr Seehofer hat gesagt, wir sollten jetzt aufhören zu reden. Dann hat er die Uhrzeit festgestellt, weil der Augenblick historisch sei. Es würde eine Entwicklung geben, die weit über Deutschland und Europa hinausgehe und da sei es wichtig, die Uhrzeit festzustellen."

"Wir haben uns mit Handschlag verabschiedet"

In dieser Version hat also CSU-Chef Seehofer die Hintertür für ein Comeback der FDP an den Verhandlungstisch zugeschlagen. Seehofer hatte das letzte Wort.

Aber damit ist Kubicki noch nicht am Ende:

"Dann haben wir uns von allen mit Handschlag verabschiedet. Dann sind wir rausgegangen und haben gedacht, die kommen noch hinterher", sagt Kubicki.

Da soll wiederum Seehofer dazwischen gegrätscht haben: "Bleibt mal hier", soll er den anderen am Verhandlungstisch zugerufen haben. Und an die Adresse der FDP: "Euch meine ich nicht."

Die FDP-Verhandler verließen den Raum und rechneten offenbar damit, dass die anderen folgen würden und sie gemeinsam das Jamaika-Aus verkünden. So hätte die FDP nicht als alleiniger Spielverderber dagestanden.

"Das ist mir hier zu blöd"

Aber die anderen kamen nicht.

"Christian Lindner und ich standen gefühlt fünf Minuten", erklärt Kubicki. "Es waren vielleicht nur zwei Minuten, und dann habe ich gesagt: 'Das ist mir hier zu blöd, lass uns gehen'. So einfach ist das.“

Dann traten die FDP-Vertreter vor die Kameras der Hauptstadtpresse. Der Rest ist bekannt.

Vertreter der Union und der Grünen erschienen erst ungefähr eine Stunde nach FDP-Chef Christian Lindner vor der Hauptstadtpresse - und die FDP stand als Buhmann der Nation da.

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(jg)

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