WIRTSCHAFT
22/11/2017 10:30 CET | Aktualisiert 23/11/2017 09:27 CET

Ikea erneuert Rückruf für 29 Millionen Truhen und Kommoden - denn 8 Kinder sind bereits gestorben

Arnd Wiegmann / Reuters
Acht Kinder gestorben: Ikea ruft 29 Millionen Truhen und Kommoden zurück

  • Die Möbel haben bereits acht Todesopfer gefordert

  • Nun erneuert Ikea seinen Rückruf für Kommoden und Truhen aus mehreren Produktreihen

  • Damit reagiert das Unternehmen auf Vorwürfe, die Warnungen nicht genug publik gemacht zu haben

Es ist bereits der achte Todesfall dieser Art: In den USA ist vor einigen Monaten erneut ein Kind durch eine umgekippte Ikea-Kommode ums Leben gekommen.

Der Möbelhersteller reagierte jetzt auf den Unglücksfall und erneuerte seinen Rückruf für 29 Millionen Produkte. Die Rücknahme gilt für die Truhen und Kommoden aus mehreren Serien.

Der Tod des Zweijährigen aus Kalifornien ereignete sich bereits im Mai. Der Fall säte Zweifel daran, ob Ikea die Warnung effizient genug verbreitet habe.

Eltern werfen Ikea vor, die Warnung nicht genug publik gemacht zu haben

Bei der umgekippten Kommode handelte es sich um ein Möbelstück aus der Reihe Malm. Die Möbel können leicht umkippen, wenn sie nicht ordnungsgemäß an der Wand befestigt sind.

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Bereits im Juni 2016 hatte Ikea einen Rückruf der Produkte gestartet. Alternativ konnten Käufer die Kommoden auch selbst befestigen und bekamen dafür die nötigen Winkel oder ein Montageservice von Ikea zur Verfügung gestellt.

Auch in Deutschland wurden Kunden aufgefordert, die Kommoden gemäß der Gebrauchsanleitung zu fixieren. Die Rückrufaktion als solche gilt bisher nur in den USA und Kanada.

Entschädigung von 50 Millionen Dollar

Ikea-Chef Lars Petersson sagte, man habe über soziale Medien, Fernsehen, die eigene Webseite und Mails an 13 Millionen Kunden bereits versucht, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Indem man nun den Rückruf erneuere, wolle man noch mehr Aufmerksamkeit schaffen.

Die Eltern des im Mai gestorbenen Zweijährigen werfen Ikea vor, den Rückruf nicht ausreichend publik gemacht zu haben. Mit den Familien von drei anderen Kindern einigte sich Ikea im vergangenen Dezember auf eine Entschädigung von 50 Millionen Dollar.

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(ks)

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