NACHRICHTEN
22/11/2017 19:20 CET

Experten: Es gibt eine erschreckende Gemeinsamkeit von Frauen, die auf Serienmörder wie Charles Manson stehen

  • Charles Manson war einer der berühmtesten Massenmörder unserer Zeit

  • Trotzdem hatte er Liebesbeziehungen zu zahlreichen Frauen

  • Experten fanden eine erschreckende Gemeinsamkeit aller Frauen, die sich in Serienmörder wie Manson verlieben

  • Im Video oben erfahrt ihr mehr über das Leben Charles Manson

Er war einer der berühmtesten Serienmörder, Sektenführer und Psychopathen unserer Zeit. Am Sonntag verstarb Charles Manson im Alter von 83 Jahren in Kalifornien. Was für viele allerdings wohl schwer zu glauben ist: Der mehrfache Mörder wurde bis zu seinem Tode von zahlreichen Verehrerinnen umschwärmt.

In den 1970er Jahren war er der Führer einer hauptsächlich weiblichen Sekte, der “Manson Family”, mit dessen Anhängerinnen er später nicht nur mordete, sondern auch polyamore Beziehungen pflegte. Vor drei Jahren verlobte sich der Kriminelle mit der damals 26-Jährigen Afton Elaine Burton, die bis zum Schluss an seine Unschuld glaubte.

Auch der Massenmörder Ted Bundy, der zu Lebzeiten über 30 Frauen vergewaltigte und ermordete, erhielt noch bis zu Zeiten seines Gefängnisaufenthalts regelmäßig Liebesbriefe zahlreicher Frauen. Vor seiner Inhaftierung heiratete er Bewunderin Carole Anne Boone.

Was ist anziehend an gefährlichen Schwerkriminellen?

Manson und Bundy sind nur zwei Beispiele für viele Schwerkriminelle, die selbst oder vielmehr ganz besonders nach ihrer Inhaftierung von Frauen und Männern umschwärmt wurden. Das wirft unwillkürlich die Frage auf: Was ist es, dass so viele an derart gefährlichen Männern anzieht?

Wissenschaftler haben für das Phänomen sogar einen Namen: Hybristophilie. Der Begriff bezeichnet die sexuelle Anziehung zu Partnern, die schwere Straftaten wie Vergewaltigungen, Morde oder bewaffnete Raubüberfälle begangen haben. Besonders nach der Inhaftierung der Kriminellen scheinen sich die Frauen oftmals noch mehr zu ihnen hingezogen zu fühlen.

Katherine Ramsland, eine Professorin für Rechtspsychologie der DeSales University Pennsylvania erklärte in einem Interview mit der HuffPost USA das Phänomen, das manchmal auch als “Bonnie und Clyde Syndrom” bezeichnet wird. Ramsland sagt aber auch, es sei nicht immer Hybristophilie, die Frauen wie Männer in die Arme von Serienkiller treibt.

Meist ist keine psychische Störung der Grund

“Es gibt da viele Motive. Manche Frauen sind auf der Suche nach Ruhm, indem sie die Kriminellen in der Öffentlichkeit vertreten. Andere glauben daran, sie können das wilde Biest im gewalttätigen Mann zähmen. Eine psychische sexuelle Störung ist nicht der typische Grund. Die Verlobte Mansons zum Beispiel hatte laut Medienberichten vor, seinen toten Körper auszustellen - das ist keine sexuelle Störung, sondern Ausbeutung.”

Auch wenn es nicht nur den einen Typ Frau gebe, der sich in Serienmörder verliebt, so hätten sie meist alle eine Gemeinsamkeit. Autorin Sheila Isenberg setzte sich für ihr Buch “Women Who Love Men Who Kill” mit dem Thema auseinander und verriet der HuffPost:

“Ohne Ausnahme waren alle Frauen, die ich für mein Buch interviewt habe, zuvor in von Missbrauch geprägten Beziehungen. Sie wurden alle zuvor von etwa Familienmitgliedern, ihrem ersten Freund, ihren Ehemännern oder jemand anderem in ihrem Leben sexuell, körperlich oder emotional missbraucht.”

Oft gebe es ihnen ein Gefühl von Macht, mit einem inhaftierten Kriminellen zusammen zu sein. Isenberg erklärt weiter: “Es ist eine Chance, zum ersten Mal in ihrem Leben Kontrolle zu haben. Sie fällen Entscheidungen, sie haben die Freiheit zu kommen und zu gehen wie es ihnen beliebt.” Frauen, die zuvor in misshandelt wurden, könnten so ein Gefühl von Sicherheit erleben. “Er ist hinter Gittern, sie nicht.”

Ein Gefängnisinsasse sei der perfekte Freund für manche Frauen

Psychologin Ramsland erklärt, dass der Gefängnisinsasse somit der perfekte Freund für die Frauen sei: Sie wüssten zu jedem Zeitpunkt, wo er sich aufhält. Und obwohl sie sich nicht mit den tagtäglichen Problemen einer Beziehung herumärgern müssten, so haben sie trotzdem jemanden, der sie liebe.

Denn viele der Frauen glauben daran, dass sie diejenigen wären, die die wahre Person hinter dem missverstandenen Monster sehen können. Nur sie würden wissen, wer er wirklich ist. Nur sie können ihm die Liebe und Unterstützung zukommen lassen, die er verdiene. Manche denken sogar, dass ihre Liebe den Serienmörder ändern könnte.

In vielen Fällen darf allerdings auch der Wunsch nach Bekanntheit nicht unterschätzt werden. Die Rechtspsychologin erklärt weiter: “Diese Menschen gehen in Talkshows, um ihre Liebe zu deklarieren und bestehen darauf, dass der Mörder nun ein anderer wäre und sich verändert hätte.” Das führt natürlich zu schneller Berühmtheit.

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png

Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

(ujo)

Sponsored by Trentino