POLITIK
21/11/2017 14:25 CET | Aktualisiert 21/11/2017 18:22 CET

Der Zustand der Bundesrepublik in 5 Grafiken: So denken die Deutschen über das Jamaika-Scheitern

Hannibal Hanschke / Reuters
Der Zustand der Bundesrepublik in fünf Grafiken: So denken die Deutschen über das Jamaika-Scheitern

  • Wer hat Schuld am Jamaika-Aus? Wer profitiert? Wer verliert?

  • So denken die Deutschen über das Jamaika-Scheitern und die Folgen

  • Ein Stimmungsbild in 5 Grafiken

Quo vadis Deutschland? Nach dem Abbruch der Jamaika-Sondierungen liegt die Zukunft der Bundesregierung weiter im Argen.

CDU-Chefin Angela Merkel hat sich für Neuwahlen ausgesprochen, Grünen-Politiker Robert Habeck hätte lieber wieder eine Große Koalition, die will die SPD aber nicht.

Was aber wollen die Deutschen? Und wie denken sie über das Jamaika-Aus? Ein Überblick in Zahlen:

Wer ist Schuld am Scheitern von Jamaika?

Seit Montag läuft die fieberhafte Suche nach den Schuldigen für das Aus der Sondierungen. Wer hat Deutschland die Jamaika-Koalition gekostet?

Viele Stimmen sagen: Die FDP. Die Liberalen, so hieß es aus Verhandlungskreisen, hätten jegliche Annäherung zwischen Union und Grünen torpediert. So viel auch das Urteil der Befragten über die Liberalen im aktuellen Deutschlandtrend der ARD negativ aus. 32 Prozent der Befragten gaben an, am Scheitern von Jamaika sei die FDP schuld.

Doch noch eine Partei muss sich mit Schuldzuweisungen auseinandersetzen.

Laut einer Civey-Umfrage sieht die Mehrheit der Deutschen (41 Prozent) die Hauptverantwortung für das Aus jedoch bei den Grünen, nur 33,3 Prozent machen die Liberalen verantwortlich, wie das Nachrichtenportal “Focus Online” berichtet.

Mehr zum Thema: Es gibt 4 Theorien, warum Jamaika gescheitert ist - das ist die wahrscheinlichste

Und noch jemand soll Schuld sein: Kanzlerin Angela Merkel. So sagte die Partei-Vize Marie-Agnes Strack-Zimmermann im Gespräch mit der HuffPost: "Merkel hat durch ungeordnete Verhandlungsführung dafür gesorgt, dass Jamaika nicht gelingt.”

Auch Wolfgang Kubicki hatte am Montagnachmittag im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" Merkel eine Mitschuld am Scheitern der Gespräche gegeben. "Es lag unter Umständen auch daran, dass die Kanzlerin gar keine Vorstellung davon hatte, wo sie hinwollte", sagte der FDP-Vize zum Ausbleiben einer Einigung.

Die AfD dagegen versteht den Abbruch der Gespräche als ihren Verdienst. “Es war auch unser fulminanter Wahlerfolg, der den Sondierern im Nacken saß”, schrieb AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen am Montag auf Twitter.

Mehr zum Thema: Für die AfD hat das Scheitern von Jamaika auch Schattenseiten

Wer profitiert am meisten vom Jamaika-Scheitern?

Noch ist unklar, wie die Bundesregierung nach dem Scheitern der Sondierungen weiter verfahren wird. Sollte es aber zu Neuwahlen kommen, wären die Grünen laut einer Forsa-Umfrage der große Gewinner.

Bei der Bundestagswahl am 24. September hatte die Ökopartei nur neun Prozent der Stimmen bekommen, derzeit könnte sie mit rund 12 Prozent rechnen.

Wer ist der Verlierer nach dem Abbruch der Sondierungsgespräche?

Als klarer Verlierer gilt dagegen Christian Lindner.

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Seit Anfang des Monats musste FDP-Chef Lindner im ARD-Deutschlandtrend ein Minus von 13 Prozentpunkten hinnehmen. Mit CDU-Chefin Merkel und Grünen-Chef Özdemir sind die Bürger dagegen überwiegend zufrieden.

Hinzu kommt: 32,6 Prozent der Befragten bewerten die Entscheidung der FDP, die Jamaika-Gespräche abzubrechen als “sehr negativ”.

Sollte es zu Neuwahlen kommen, könnte sich das auf das Ergebnis der FDP negativ auswirken.

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Ebenso dürfte Frauke Petry durch das Scheitern von Jamaika in Schwierigkeiten kommen.

Die Politikerin war bei der Bundestagswahl für die AfD angetreten und hatte ein Direktmandat erhalten. Unmittelbar nach der Wahl hatte sie auf einer Pressekonferenz der Parteispitze erklärt, dass sie nicht für die AfD ins Parlament einziehen werde, sondern zunächst als Fraktionslose. Seitdem versucht Petry ihre eigene Partei zu gründen.

Nun wackelt ihr Sitz im Bundestag. Denn im Falle von Neuwahlen blieben ihr und ihrer Partei nicht genug Zeit, um sich inhaltlich von der AfD abzugrenzen. Zumal sie der Austritt aus der AfD nicht wenige Wählerstimmen kosten dürfte.

Mehr zum Thema: "Wir freuen uns auf Neuwahlen" – AfD-Politiker feiern Scheitern der Jamaika-Verhandlungen

“Die Beendigung der Jamaika-Verhandlungen geben Hoffnung, dass Frauke Petry ihre Doppelbelastung aufgrund von Neuwahlen bald los sein könnte. Das freut uns für Frau Petry", twitterte die AfD Offenbach dazu am Montag.

Neuwahlen - oder doch lieber eine Minderheitsregierung?

Laut dem Polit-Barometer des ZDF-"Morgemagazins", würden 51 Prozent Prozent der Befragten gerne noch einmal zur Urne zu gehen, 48 Prozent sind dagegen.

Hinsichtlich einer Großen Koalition waren die Befragten geteilter Meinung, eine Minderheitsregierung lehnten dagegen 64 Prozent der Befragten ab.

Über alle aktuellen Entwicklungen nach dem Jamaika-Aus hält euch unser News-Blog auf dem Laufenden.

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(jg)