POLITIK
21/11/2017 19:22 CET | Aktualisiert 22/11/2017 07:31 CET

Die "New York Times" druckt Bild mit Merkel - und macht dabei einen peinlichen Fehler

  • Die "New York Times" ist eine der renommiertesten Zeitungen der Welt

  • Nun ist ihr ein Fauxpas passiert - ausgerechnet auf der Titelseite und ausgerechnet bei einem Foto von Angela Merkel

Selbst in den USA waren die gescheiterten Jamaika-Sondierungen auch zwei Tage nach dem Abbruch noch das Top-Thema.

Die "New York Times", eine der renommiertesten Zeitungen der Welt, titelte am Dienstag: "Merkel in der Krise".

Neben dem Hintergrundartikel zum überraschenden Verhandlungsende druckte das Blatt ein großes Foto von Kanzlerin Angela Merkel, das sie beim Verlassen von Schloss Bellevue zeigt, dem Amtssitz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Doch der für ihre mehrfachen Fact-Checking-Prozesse bekannten US-Zeitung unterlief dabei ein peinlicher Fehler, wie Karl Doemens, Büro-Chef der "Berliner Zeitung" in Washington, zuerst erkannte.

Steinmeier oder Steinlein - hauptsache Berlin

Der Fauxpas steckt in der Bildunterschrift des Titelbildes. Dort heißt es: "Kanzlerin Angela Merkel mit Präsident Frank-Walter Steinmeier am Montag in Berlin."

new york times

Doch anders als die Zeitung angab, begleitete nicht Deutschlands Staatsoberhaupt die Kanzlerin, sondern Stephan Steinlein, der Chef des Bundespräsidialamts. Ein Nutzer kommentierte den Fehler: "Stephan Steinlein ist auch nicht unwichtig. Er ist immerhin der ranghöchste beamtete Staatssekretär."

Doemens selbst bemerkte in einem weiteren Tweet schlicht: "Shit happens". Klar, kann passieren. Doch ist ein solcher Lapsus gerade bei der "New York Times" sehr ungewöhnlich.

Möglicherweise ist der Fehler aber - zumindest zum Teil - der Nachrichtenagentur AP zuzurechnen, die das Foto verbreitete. Laut "Handelsblatt" lieferte die nämlich eine missverständliche Information zum Bild:

"Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, links, verlässt das Schloss Bellevue nach einem Treffen mit dem deutschen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier in Berlin."

Treffen, um Lösung für offene Regierung zu finden

Merkel hatte Steinmeier am Montagmittag getroffen, um über die schwierige Situation zu reden.

Denn dem Bundespräsidenten kommt in dieser in der Geschichte der Bundesrepublik bisher einmaligen Lage eine Schlüsselrolle zu. Er muss dem Bundestag einen Kandidaten für die Kanzlerwahl vorschlagen. Denkbar wäre eine Minderheitsregierung unter Führung Merkels, etwa mit Grünen oder der FDP.

Merkel bräuchte dann aber bei Abstimmungen einige Dutzend Stimmen aus den anderen Fraktionen. Anscheinend versucht Steinmeier derzeit, die Parteien von diesem Weg zu überzeugen.

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(amr)

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