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21/11/2017 19:02 CET | Aktualisiert 23/11/2017 12:09 CET

Forscher: Erde dreht sich immer langsamer - mit fatalen Folgen für uns alle

  • Die Erde dreht sich immer langsamer

  • US-Forscher warnen: Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für schwere Erdbeben

  • Im Video seht ihr, in welchen Regionen in Deutschland die Erdbebengefahr besonders hoch ist

Manchmal wünscht man sich, die Welt würde sich langsamer drehen.

Dieser Wunsch könnte schon bald in Erfüllung gehen – allerdings nicht, ohne schreckliche Folgen mit sich zu bringen. Denn US-Forscher wollen herausgefunden haben, dass die Erdbebengefahr mit abnehmender Erdrotation steigt.

Schon die kleinste Verlangsamung der Rotationsgeschwindigkeit könne schwere Erdbeben auslösen, sagen Roger Bilham von der Universität Colorado und Rebecca Bendick von der Universität Montana.

Beide haben seismografische Messungen seit dem Jahr 1900 ausgewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass jedes mal, wenn die Erdrotation abnimmt, die Erdbebenaktivität innerhalb von fünf bis sechs Jahren zunimmt.

Wenn sich dieses Muster fortsetzt, sei im kommendem Jahr mit dreimal so vielen schweren Erdbeben - mit einer Stärke von mehr als 7,0 auf der Richterskala - zu rechnen, wie 2017.

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Bis zu 20 schwere Erdbeben im Jahr 2018

“Wir müssen im kommenden Jahr mit einem beträchtlichen Anstieg von Erdbeben rechnen”, warnte Roger Bilham in einem Interview mit der britischen Zeitung "The Observer". "2017 hatten wir es ungefähr mit sechs schweren Beben zu tun. 2018 könnten es an die 20 sein."

Besonders häufig entstehen Erdbeben an den Grenzen zwischen tektonischen Platten, an denen sich verschiedene Platten auseinander, aufeinander zu, oder aneinander vorbei bewegen. Durch die Bewegung entstehen Spannungen innerhalb des Gesteins, die sich in Erdbeben entladen.

Wenn die Erde sich langsamer dreht, nimmt der Durchmesser des Äquators ab. Dadurch würden die tektonischen Platten um ihn herum "knittern", was die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens erhöhe, erklärte Bilham in der BBC Radiosendung "Science in Action".

Die Äquator-Region ist besonders gefährdet

Aus den Aufzeichnungen von Seismographen lässt sich ablesen, dass die meisten Erdbeben, die in Verbindung mit der Erdrotation standen, in der Nähe des Äquators entstanden sind. Vor allem die west- und ostindischen Inseln waren betroffen.

Des Weiteren sind 80 Prozent aller Erdbeben, die sich seit dem Jahr 1900 auf der karibischen Platte ereignet haben, innerhalb von fünf Jahren nach einer Verlangsamung der Erdrotation entstanden.

Die jüngste Verlangsamungsphase hat vor vier Jahren begonnen.

Dieser Text erschien zuerst bei der amerikanischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Anna Rinderspacher übersetzt und ergänzt.

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(mf)

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