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21/11/2017 12:08 CET | Aktualisiert 28/11/2017 10:15 CET

Dieses Foto zeigt einen Wal und sein totes Baby - schuld an seinem Tod ist unser Konsumwahn

  • Die Aufnahmen eines Wals und seines Neugeborenen gehen gerade um die Welt

  • Dahinter steckt allerdings kein süßer Tier-Moment. Denn das Baby ist tot

  • Die Bilder sollten eine Warnung an uns alle sein

  • Oben im Video: Was Forscher im Magen eines Wals fanden, zeigt die düstere Zukunft unserer Erde

Die Aufnahmen zeigen einen Wal, der gemeinsam mit seinem Baby durch den Ozean schwimmt. Doch die Familien-Idylle trügt. Denn das Neugeborene ist tot.

Eine Szene aus der BBC-Doku-Serie “Blue Planet” zeigt einen Grindlwal, der sein totes Baby offenbar tagelang mit sich durch den Atlantik schleift.

Im Video: Der Ausschnitt der BBC-Dokumentation, der den Wal mit seinem toten Baby zeigt

Womöglich hat die Walmutter ihr Baby mit ihrer eigenen Milch vergiftet, wie der britische Naturforscher und Tierfilmer David Attenborough den Zuschauern der Doku erklärt.

Und schuld daran ist unser Konsumwahn.

75 Prozent des Mülls, der in den Ozeanen landet, ist Plastik

Denn alles Plastik, was jemals hergestellt wurde und das wir täglich benutzen, ist noch immer irgendwo auf unserem Planeten. Jedes Jahr kommen Millionen Tonnen dazu.

Und das meiste davon landet irgendwann im Meer.

75 Prozent des Mülls, der in den Ozeanen landet, ist Plastik, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) berichtet. Allein in Deutschland landet jede Minute eine ganze Tonne Plastik im Meer.

Mehr zum Thema: Ich habe versucht, in meinem Alltag komplett auf Plastik zu verzichten - und bin kläglich gescheitert

Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) treiben auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe, der World Wide Fund For Nature (WWF) spricht sogar von bis zu 46.000. Und das ist nur der sichtbare Teil des Mülls. Denn über 70 Prozent des Plastiks sinkt auf den Meeresboden.

Plastik vergiftet Tiere und Umwelt

Die Folgen von Plastikmüll bezahlen jedes Jahr 100.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel mit dem Leben, wie der NABU mitteilt.

Die Tiere verhungern, weil Plastik ihre Verdauungsorgane verstopft. Wale, Delfine und Schildkröten verfangen sich in Fischernetzen, verletzten sich dabei oder ertrinken.

Aber es gibt auch eine unsichtbare Gefahr: Mikroplastik. Das steckt zum Beispiel in Shampoos, Zahnpasten, Cremes und Textilien aus Polyester, aus denen es sich beim Waschen abreibt und schließlich im Abwasser landet.

Die meisten Kläranlagen können Mikroplastik nicht herausfiltern. Folglich landen die Partikel in Flüssen und letztlich im Meer, schaden dort der Umwelt und vergiften Lebewesen.

"Sie sind nicht weit genug weg, um davor fliehen zu können, was wir ihrer Welt antun"

Denn die kleinen Plastikpartikel saugen Giftstoffe wie ein Schwamm auf. “Wir wissen, dass unterschiedliche chemische Stoffe an Mikroplastikpartikeln anhaften können”, sagt Henning Hintzsche vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der HuffPost.

So werden Umweltgifte, wie beispielsweise Insektizide zu einer tödlichen Mahlzeit für Meerestiere.

Das könnte auch die Milch des Grindwals vergiftet haben, der mit seinem toten Baby durch den Atlantik schwimmt.

Mehr zum Thema: Unser Planet erstickt am Müll - und wir alle sind schuld

“Solange die Flut an Plastik und industrieller Umweltverschmutzung nicht reduziert wird, wird das Leben im Meer dadurch für viele Jahrhunderte vergiftet werden”, sagt Tierfilmer Attenborough.

“Die Kreaturen, die in den Ozeanen leben, mögen weiter weg von uns sein als jedes andere Tier. Aber sie sind nicht weit genug weg, um davor fliehen zu können, was wir ihrer Welt antun”, mahnt er uns alle.

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