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21/11/2017 11:08 CET | Aktualisiert 21/11/2017 15:25 CET

Hamburg-Billstedt: Bagger gräbt Hakenkreuz am Sportplatz aus - nun gibt es ein Problem

  • In Hamburg-Billstedt ist ein Hakenkreuz aufgetaucht

  • Das NS-Relikt ist aus Beton und wird bald zerstört

Ein Relikt aus dem Dritten Reich ist in Hamburg aufgetaucht: Bei Bauarbeiten auf einem Sportplatz ist ein Baggerfahrer auf ein riesiges Hakenkreuz gestoßen.

Der Bagger hatte auf dem Platz im Stadtteil Billstedt ein Fundament für neue Umkleidekabinen ausgehoben, als er auf das Hakenkreuz stieß, sagte der erste Vorsitzende des Sportvereins Billstedt-Horn, Joachim Schirmer, am Dienstag. In nur 40 Zentimeter Tiefe.

Es sind die Überreste eines NS-Denkmals

Das Hakenkreuz aus Beton ist nach Angaben des Platzwarts vier mal vier Meter groß. An der Stelle habe früher ein großes Denkmal gestanden, das vor Jahrzehnten abgerissen worden sei, sagte der Vorsitzende. Über den Fund am Freitag hatte zuvor die "Bild"-Zeitung berichtet.

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(Credit: dpa)

Der zuständige Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) war nach Angaben einer Sprecherin am Montag zu dem Sportplatz gefahren, um sich persönlich zu informieren.

Bezirksamtsleiter lässt sich auf Hakenkreuz fotografieren

Dabei hat er sich auf dem Hakenkreuz fotografieren lassen. Das sorgt auch bei Journalisten für Fragen: "Da wird auf einem Sportplatz in Hamburg ein Beton-Hakenkreuz gefunden. Wie könnte man sich da als Bezirksamtsleiter fotografieren lassen?", fragt Torsten Beeck.

Abseits davon: Das Denkmalschutzamt sei informiert, das Hakenkreuz solle so schnell wie möglich weg, sagte die Sprecherin des Bezirksamts.

Der Fund sei laut Schirmer so groß und schwer, dass der Bagger ihn nicht wegbewegen konnte. Es müsse wohl mit einem Presslufthammer zerstört werden.

Für den Verein, der durch den Fund plötzlich ins Rampenlicht gerückt wurde, heißt es nach Angaben des Vorsitzenden: Der Sportbetrieb geht ganz normal weiter.

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