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20/11/2017 14:21 CET | Aktualisiert 20/11/2017 14:39 CET

Warum eine Münchner Schule Eltern vor dem eigenen Hausmeister warnt

DonTavo via Getty Images
Warum eine Münchner Schule Eltern vor ihrem eigenen Hausmeister warnt (Symbolbild)

  • Eine Schule in München hat Eltern vor dem eigenen Hausmeister gewarnt

  • Der Grund: Sein Dialekt

Eine Grundschule in München soll die Eltern ihrer Schüler um “Geduld” mit eigenen Hausmeister gebeten haben - weil er Bayrisch spricht.

Die Grundschule an der Walliser Straße im Münchner Stadtteil Fürstenried schreibt auf ihrer Homepage über den Hausmeister, der seit 2001 in der Grundschule arbeitet: “Er verkörpert an unserer Schule die bayerische Lebensweise, eben ein humoriger Grantler. Sein Motto lautet: ‘Günter Greiner - Geht net, Gibt's net’.”

Doch wie die Münchner Tageszeitung “TZ” berichtet, soll die Grundschule auf ihrer Website auch darauf hingewiesen haben, dass es zu Kommunikationsproblemen mit dem 63-Jährigen am Telefon kommen könnte. Demnach sollen die Eltern “Geduld” mit ihm haben, wenn er „versucht, Hochdeutsch zu sprechen“.

"Im Schulalltag versuchen wir doch Hochdeutsch zu sprechen"

Der Hausmeister selbst polterte laut “TZ” daraufhin: “I redt’ wia mia da Schnabl gwachsn is.” Und legt nach: “Dann soin die Eltern hoid Deitsch lerna, dann verstehng ma uns scho.”

Schulleiter Stefan Inderst verteidigte gegenüber der “TZ” den Aufruf an die Eltern. „Wenn Herr Greiner Telefondienst hatte und ich dann abfrage, wer krank ist, dann stellt sich heraus, dass die Hälfte der Namen nicht stimmt.“

Der Hinweis auf der Webseite sei lediglich als “nettes Bonmot” zu verstehen. Schließlich müssten sich die Eltern auch anstrengen, ordentlich zu sprechen. Dem Schulleiter ist dialektfreie Sprache wichtig: "Im Schulalltag versuchen wir doch Hochdeutsch zu sprechen." Zu finden ist der Hinweis der Schule auf der Webseite jedoch inzwischen nicht mehr.

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