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20/11/2017 18:08 CET | Aktualisiert 21/11/2017 08:34 CET

"Wir haben dir erst kürzlich gesagt, dass du in Gefahr bist": Polizei richtet deutliche Nachricht an Missbrauchsopfer

Artem_Furman

  • In einem Tweet wendet sich eine schottische Polizeistation öffentlich an ein junges Missbrauchsopfer

  • Mit dem offenen Brief ermutigen sie alle Opfer häuslicher Gewalt dazu, sich Hilfe zu suchen

Eine schottische Polizeistation hat auf Twitter einen offenen Brief an Opfer häuslicher Gewalt geschrieben. In dem bieten sie öffentlich ihre Hilfe an und haben damit eine wichtige Nachricht an alle Betroffenen. Sie schreiben in dem Tweet, der symbolisch an eine junge Frau aus Skye gerichtet ist:

“Wir wissen, dass du unserem Account hier folgst und wollen, dass du das hier liest. Wir haben dir erst kürzlich gesagt, dass wir denken, dass du in Gefahr bist.”

"Vielleicht hat er dir sogar versucht einzureden, dass es deine Schuld ist. Das ist es aber nicht!"

Weiter teilen sie der jungen Frau mit, dass sie zusammen mit vielen anderen Organisationen versuchen, sie zu schützen - auch wenn das manchmal nicht sichtbar oder sogar erwünscht ist. Auch ihre Familie und Freunde hätten die Polizei aus Sorge informiert.

“Wir vermuten, er hat dir wahrscheinlich Dinge gesagt wie: 'Es wird nicht noch einmal passieren', 'Es tut mir leid', 'Ich werde mich verändern' und vielleicht hat er sogar versucht, dir einzureden, dass es DEINE Schuld ist. Das ist es aber nicht! Die Gewalt, die Drohungen, die erniedrigenden Kommentare und das kontrollsüchtige Verhalten sind keine Dinge mit denen du leben musst.”

"Wir müssen anfangen, darüber zu reden"

Zuletzt machen sie der vermeintlichen jungen Dame klar, dass sie nicht allein sei und rufen auf, sich Hilfe zu holen. “Ruf uns an, komm zur Polizeistation oder rede mit einem Mitarbeiter der Frauenhilfe.”

Was dem Leser der Tweets in dem Moment klar wird: Es ist ganz egal, ob die Polizei hier gerade eine bestimmte Frau anspricht. Viel mehr könnte es jede Frau betreffen, die den Tweet liest.

Die Tweets wurden tausendfach geteilt und von vielen Twitter-Nutzern gelobt: “Es ist wunderbar, dass die Polizei auf diese Art und Weise auf das Problem aufmerksam macht. Situationen wie diese passieren viel zu häufig und wir müssen anfangen, darüber zu reden. Wir müssen sicher stellen, dass sich Frauen, die sich in solchen Beziehungen gefangen fühlen, nicht isoliert und alleine fühlen.”

Hier finden Betroffene Hilfe

Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, haben oft große Angst davor, sich Hilfe zu suchen. Oftmals haben sie Bedenken, nicht ernst genommen zu werden oder die Situation zu verschlimmern. Dabei ist es wichtig, gegen das Verhalten des Partners vorzugehen, da er dabei eine Straftat begeht.

Betroffene, sowie deren Verwandte, Kollegen oder Freunde können sich zum Beispiel anonym unter der Telefonnummer 08000 116 016 an das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” wenden. Dort erhalten sie Informationen zum Opferschutz und zur Strafverfolgung sowie Kontakt zu den Unterstützungseinrichtungen in ihrer Nähe. Mehr Informationen und Hilfe findet ihr hier.

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(ujo)