POLITIK
20/11/2017 11:28 CET | Aktualisiert 20/11/2017 12:07 CET

"Wir freuen uns auf Neuwahlen" – AfD-Politiker feiern Scheitern der Jamaika-Verhandlungen

Hannibal Hanschke / Reuters
"Wir freuen uns auf Neuwahlen" – So kommentieren AfD-Politiker das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen

  • Die Jamaika-Verhandlungen sind gescheitert

  • Auf Twitter kann die AfD ihre Schadenfreude nicht verbergen

Nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll mit Deutschland. Im Netz kommentieren viele Nutzer das Scheitern der Sondierungen mit Häme – allen voran: Abgeordnete der AfD.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka wünschte seinen Followern “Einen wunderschönen Jamaika freien guten Morgen.”

Torben Braga, Mitglied im Landesvorstand der Thüringer AfD, twitterte ein Video von einer Pressekonferenz, in dem Alice Weidel und Alexander Gauland laut lachen. “Aus gegebenem Anlass…”, schrieb der Burschenschaftler dazu.

Auch der Bundessprecher der Alternative für Deutschland, Jörg Meuthen, konnte seine Schadenfreude nicht verbergen. Er bezeichnet den Abbruch der Gespräche als “Eine ganz hervorragende Nachricht für unser Land.”

Auf seiner Facebook-Seite macht Meuthen dann auch deutlich, warum diese Nachricht so hervorragend sei: Den Bürgern bleibe nun, zumindest bis auf Weiteres, eine Regierungsbeteiligung der “sogenannten ‘Grünen’, die in Wirklichkeit nichts anderes sind als die fanatischsten Deutschland-Abschaffer überhaupt”, erspart.

Die Grünen hatten sich bis zuletzt gegen eine Obergrenze für Flüchtlinge gewehrt.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.png Inside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

Die AfD Bayern fordert, dass Angela Merkel und Horst Seehofer “versorgt” werden müssen. Merkel solle den CDU-Vorsitz abgeben und stattdessen die Grünen in der Opposition anführen, “die liegen ihr sowieso mehr”, heisst es in dem Tweet.

Poggenburg: ”Grund zum Feiern”

Auch André Poggenburg kann nicht stillhalten: “Diese Koalition wäre gut für die AfD, aber schlecht für Deutschland und unsere Bürger gewesen – und nur darum kann es gehen!” So schreibt es der Bundestagsabgeordnete auf Twitter. Der Abbruch der Verhandlungen sei ein “Grund zum Feiern für alle Patrioten.”

Als ein solcher Patriot versteht sich auch Jens Eckleben, Bezirksvorsitzender der AfD in Hamburg. Er verspricht der CDU: “Die AfD wird euch weiter treiben.”

Denn die AfD sieht im Ende von Jamaika vor allem eine Errungenschaft ihrer Partei. “Es war auch unser fulminanter Wahlerfolg, der den Sondierern im Nacken saß”, schreibt Jörg Meuthen.

Im Klartext bedeutet das: Die drittstärkste Partei bei der letzten Bundestagswahl reibt die Hände über das politische Chaos im Land.

Mehr zum Thema: Jamaika-Sondierungen gescheitert: Diese 3 Szenarien sind jetzt denkbar

Die Fans, Mitglieder und Anhänger der Rechtspopulisten wissen nur was sie nicht wollen. So spricht sich Beatrix Storch gegen eine “bürgerlich-liberal-konservative Mehrheit” von CDU, FDP und AfD aus, ohne dass eine der beiden Parteien diese Möglichkeit überhaupt zur Diskussion gestellt hätte.

Die CDU sei zu links und die FDP nicht liberal, “Sorry Jungs”, schreibt von Storch. Aber Diskussionen zu beenden, die niemand begonnen hat, ist schon länger eine der Maschen der Rechtspopulisten.

Die AfD Offenbach nutzte die Gelegenheit, um gegen Frauke Petry zu ätzen. "Die Beendigung der Jamaika-Verhandlungen geben Hoffnung, dass Frauke Petry ihre Doppelbelastung aufgrund von Neuwahlen bald los sein könnte. Das freut uns für Frau Petry", heisst es in einem Tweet.

In einem Statement der AfD-Bundestagsfraktion hieß es unterdessen, man bereite sich darauf vor, „eine vernünftige Oppositionspartei zu sein“. Alice Weidel sagte: "Wir freuen uns auf Neuwahlen"

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