POLITIK
20/11/2017 19:36 CET | Aktualisiert 21/11/2017 06:14 CET

Alles nur inszeniert? Ein Screenshot bringt die FDP nach dem Jamaika-Aus in Erklärungsnot

  • Die FDP gerät durch einen Screenshot von Google+ in Bedrängnis

  • Das Bild, mit dem die Partei ihren Abbruch der Verhandlungen erklärte, ist von Donnerstag

  • Die Partei rechtfertigte sich, sie habe für alle Szenarien Grafiken vorbereitet

Es ist ein Bild, das einen üblen Verdacht nährt: Hat die FDP ihren theatralischen Abgang vom Verhandlungstisch der Jamaika-Sondierer von langer Hand geplant?

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Verhandlungs-Ausstiegs postete die FDP in den sozialen Medien ein Spruchbild: "Lieber nicht regieren als falsch." Magentafarben auf gelbem Grund.

Heikel daran: Wie der Dateiname des bei Google+ hochgeladenen Motivs verrät, stammt das Bild bereits vom Donnerstag, dem 17. November.

Im Video oben: Liberalen-Chef Lindner verkündete den Abbruch erstaunlich gut vorbereitet

Zahlreiche Journalisten und Politiker teilten bei Twitter entsprechende Screenshots. Der Vorwurf: immer derselbe. Der spontane Abbruch der Verhandlungen war eben nicht spontan. Sonder inszeniert.

"Liebe FDP, wieso hat eure Grafik das Datum von Donnerstag als Dateinamen? Ach ja, das war der eigentlich letzte Tag der Sondierungen, richtig... Der Abbruch der Gespräche war aber wirklich noch nicht länger geplant, ne, Christian Lindner?", fragte so etwa "Spiegel"-Journalistin Ann-Katrin Müller.

Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt fragte: "Interessant, warum haben wir dann noch 3 weitere Tage gearbeitet?"

Die FDP geriet derart in Erklärungsnot, dass sie eine öffentliche Stellungnahme veröffentlichte. Da die Verhandlungen am Freitag hätten enden sollen, habe das Team bereits am Donnerstag alle drei Szenarien vorgedacht.

Bei Twitter veröffentlichte die FDP die entsprechenden Motive:

Auch Partei-Generalsekretärin Nicola Beer sah sich durch die Vorwürfe in die Enge getrieben. "Selbstverständlich hat die social media Abteilung der FDP für alle denkbaren Szenarien verschiedene Plakatlinien vorbereitet, um auf jede Situation schnell reagieren zu können", erklärte Beer bei Twitter.

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(jg)