NACHRICHTEN
19/11/2017 13:12 CET

Was Ärzte im Bauch eines Nordkoreaners fanden, zeigt, wie grausam das Leben dort wirklich ist

  • Ein nordkoreanischer Soldat hat die Flucht über die Grenze nach Südkorea geschafft

  • Er wurde dort mit Schusswunden ins Krankenhaus eingeliefert, wo die Ärzte eine extreme Menge an Parasiten in seinem Darm fanden

  • Mehr über den medizinischen Hintergrund erfahrt ihr im Video oben

Durch Flüchtige aus Nordkorea kommen nun immer mehr schreckliche Details über das Leben in der abgeschotteten Diktatur ans Licht. Vergangenen Montag hat es ein nordkoreanischer Soldat unter Kugelhagel über die schwer bewachte Grenze nach Südkorea geschafft.

Mit mehreren Schusswunden in der Magengegend wurde er dort aufgelesen und in ein südkoreanisches Krankenhaus gebracht. Der Mann musste sich dort zwei Operationen unterziehen, beide Male waren die Ärzte schockiert: Als diese versuchten, die Kugeln zu entfernen, stellten sie fest, dass der gesamte Darm des Soldaten mit Parasiten befallen war.

27 Zentimeter langer Wurm im Darm

Einer der gefundenen Würmer war 27 Zentimeter lang. Nordkoreanische Flüchtlinge werden meist in einem schlechten bis katastrophalen Gesundheitszustand aufgefunden. Wie extrem dieser Fall aber tatsächlich ist, fasst der leitende Chirurg Lee Cook-jong gegenüber der "New York Times" in einem Satz gut zusammen: “In meiner 20-jährigen Karriere habe ich so etwas nur in medizinischen Lehrbüchern gesehen.”

Der Zustand des Soldaten, der inzwischen auf dem Weg der Erholung ist, gibt einen Einblick in das Leben der Nordkoreaner und deren miserable Ernährung und entsetzlichen Hygienebedingungen.

Unterernährung an der Tagesordnung

Internationale Sanktionen, Dürreperioden und eine katastrophale Verwaltung führen zu extremer Essensknappheit. Fast 70 Prozent des Landes lebt von Lebensmittelhilfe, und das Essen, das zur Verfügung steht, ist extrem monoton und nährstoffarm.

Aufgrund fehlender chemikalischer Pflanzenschutzmittel und dem daraus resultierenden Einsatz von menschlichen Fäkalien als Dünger werden Krankheiten und Parasiten weiter verbreitet.

In Südkorea werden die meisten nordkoreanische Flüchtlinge behandelt. Auch wenn es lebensgefährlich ist, treten Menschen aus Nordkorea immer wieder die Flucht an. 2016 haben es laut der südkoreanischen Regierungsseite "Ministry of Unification" 1418 Menschen über die Grenze nach Südkorea geschafft.

Nordkorea scheint die Maßnahmen gegen Menschen, die flüchten wollen, allerdings noch einmal verschärft zu haben, da die Zahl in den letzten Monaten um 12,5 Prozent fiel. Wie viele Menschen es versuchen und nicht erfolgreich sind, lässt sich natürlich nicht sagen. Fahnenflucht wird in Nordkorea mit dem Tod bestraft.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lm)

Sponsored by Trentino