POLITIK
19/11/2017 14:09 CET

Neue Enthüllungen zeigen, wie Donald Trump Jr. und Jared Kushner heimlich Kontakte nach Russland knüpften

POOL New / Reuters
Neue Enthüllungen zeigen, wie Donald Trump Jr. und Jared Kushner heimlich Kontakte nach Russland knüpften

  • Die Russland-Affäre bleibt der ständige Begleiter von Donald Trump

  • In den vergangenen Tagen gerieten - wieder einmal - der Sohn und der Schwiegersohn des US-Präsidenten ins Visier

  • Donald Trump Jr. und Jared Kushner sollen während des Wahlkampfes weit mehr Kontakte nach Russland gehabt haben, als sie bisher zugegeben haben

Der eine soll Frieden im Nahen Osten schaffen und die komplette Regierung reorganisieren, der andere soll mit dem Unternehmen seines Vaters Milliarden verdienen: Jared Kushner und Donald Trump Jr. sind im Familien-Clan von Donald Trump neben dessen Tochter Ivanka die wichtigsten Akteure.

Das Vertrauen des US-Präsidenten in seinen Schwiegersohn und seinen Erstgeborenen ist absolut, Kushner und Trump Jr. danken es dem Präsidenten mit ihrer absoluten Loyalität.

Gerade diese Loyalität ist es nun, die Trump Schwierigkeiten bereitet.

Denn sowohl Kushner als auch Trump Jr. sind in den vergangenen Monaten zu prominenten Verdächtigen in der Russland-Affäre des US-Präsidenten geworden. Mehr noch: Neue Enthüllungen belegen, dass das Duo brisante Kontakte nach Russland und zur Enthüllungsplattform Wikileaks verschwiegen hat.

Trump Jr. und seine Twitternachrichten an Wikileaks

Die Verbindungen von Trump Jr. zu Wikileaks - der Plattform, die im Wahlkampf die vermutlich von russischen Hackern gestohlenen E-Mails aus dem Lager von Hillary Clinton veröffentlicht hatte - wurden am vergangenen Montag publik.

Das US-Magazin "The Atlantic" veröffentlichte Twitternachrichten, die Trump Jr. im vergangenen und diesem Jahr mit der Organisation ausgetauscht hat. Später veröffentlichte Donald Trumps Sohn die Chatverläufe selbst auf seinem Twitteraccount.

Aus diesen ergibt sich unter anderem, das Wikileaks Trump Jr. bat, einen negativen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. schrieb daraufhin: "Das habe ich bereits getan." In einer weiteren Nachricht bat Wikileaks, Trump Jr. möge einen Link von ihnen verbreiten - auch dies tat der Sohn des US-Präsidenten bereitwillig.

"The Atlantic" schrieb in einem weiteren Artikel unter der Woche, Trump Jr. könnte durch die Verbreitung dieses Links gegen die Wahlgesetze der USA verstoßen haben - denn diese verbieten es, im Wahlkampf Geld, Hilfe oder "irgendetwas von Wert" von ausländischen Individuen oder Organisationen anzunehmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump Jr. dieser Vorwurf gemacht werden kann.

Im Juli hatte er einräumen müssen, sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Aus E-Mails geht hervor, dass er der Begegnung zugestimmt hatte, weil ihm kompromittierendes Material über Clinton versprochen worden war.

Mehr zum Thema: Trumps Eleven: Das sind die wichtigsten Verdächtigen in der Russland-Affäre

Jared Kushner und die "russische Hintertür"

Das Treffen zwischen Trump Jr. und der russischen Anwältin Natalia V. Veselnitskaya fand im New Yorker Trump Tower statt. Mit anwesend: Jared Kushner.

Mittlerweile ist durch einen Bericht der "New York Times" bekannt, dass Veselnitskaya ihre Notizen für das Treffen direkt mit dem Kreml absprach.

Die Anwältin selbst berichtete vor zwei Wochen der Nachrichtenagentur Bloomberg, Trump Jr. habe ihr einen Deal angeboten: Im Austausch für Finanzpapiere, die belegen würden, dass Clintons Wahlkampf-Team Steuern hinterziehe, könnten die US-Sanktionen gegen Russland aufgehoben oder gelockert werden. Laut Veselnitskaya wurde aus dem Deal nichts.

Das hinderte den Kreml jedoch nicht daran, weitere Versuche für Absprachen mit dem Trump-Team zu starten - und statt Trump Jr. war es diesmal Jared Kushner, der eine E-Mail aus Russland bekam.

In einem Brief der Senatoren Charles E. Grassley und Dianne Feinstein an Kushners Anwalt ist von einem "russischen Hintertürangebot und Dinnereinladung" sowie von Emails an Kushner "bezüglich Wikileaks" die Rede. Kushner soll diese Treffen bei einer Aussage vor einem die Russland-Affäre untersuchenden Senatsausschuss verschwiegen haben.

Laut der "New York Times" sollen die E-Mails an Kushner von Alexander Torshin, einem hochrangigen russischen Regierungsbeamten, stammen. Torshin habe sie laut eigenen Angaben auf Geheiß von Wladimir Putin verschickt. Torshin sollte ein Treffen zwischen dem russischen Präsidenten und Donald Trump arrangieren.

Trump Jr. und Kushner: Ertappt, aber noch nicht überführt

Laut der "New York Times" habe Kushner letztendlich abgelehnt, ein Treffen zwischen Putin und Trump zu organisieren.

Genau wie Donald Trump Jr. gilt für den einflussreichsten Schwiegersohn der Welt: Er wurde im Zuge der Russland-Affäre mehrfach bei fadenscheinigen und potentiell kriminellen Tätigkeiten ertappt - ohne, dass dies konkrete Folgen für ihn gehabt hätte.

Gleichzeitig gilt für Donald Trump Jr. und Jared Kushner aber auch: Sie sind längst im Visier des Sonderermittlers Robert Mueller - einem Mann, der bekannt dafür ist, in großem Stil zu ermitteln und geduldig Beweise zu sammeln, bevor er eine Anklage erhebt.

Für Donald Trumps loyale Söhne heißt das: Die juristischen Konsequenzen ihres Handelns könnten ihnen noch bevorstehen.

Mit Material der dpa

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