POLITIK
19/11/2017 20:56 CET | Aktualisiert 19/11/2017 22:09 CET

Journalistin Dunja Hayali veröffentlicht eindringlichen Post zum Familiennachzug

Simon Hofmann via Getty Images
RUST, GERMANY - APRIL 07: Dunja Hayali is awarded during the Radio Regenbogen Award 2017 at Europapark on April 7, 2017 in Rust, Germany. (Photo by Simon Hofmann/Getty Images)

  • In der Diskussion um den Familiennachzug bittet Journalistin Dunja Hayali um ein "Innehalten"

  • Man solle mal "reinhören, wo das Herz zu Hause ist"

Es ist DER Knackpunkt in den Jamaika-Verhandlungen: Sollen Flüchtlinge, die nur subsidiären Schutz erhalten, ihre Familie nachholen dürfen? Also vor allem Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die ihre Heimat wegen des Krieges verlassen haben?

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali bittet die User auf Facebook, darüber zu diskutieren. Und zwar "ohne Parteipolitik, ohne Jamaika, ohne Ideologie, ohne Meinungsumfragen, ohne Druck von außen". Man solle "einfach mal innehalten und in sich reinhören, wo das Herz zu Hause ist".

Das Recht, die sachlichen Argumente und das Herz

Sie verweist darauf, dass die Familie in Deutschland unter besonderem Schutz steht. Das ist die rechtliche Seite der Argumentation.

Sie schreibt, dass man sich nichts vorzumachen brauche: Je länger die Kriege dauerten, desto wahrscheinlicher würden die Geflüchteten in Deutschland bleiben und sich ein neues Leben aufbauen. "Und das doch dann am besten mit Familie und in gutem Kontakt mit den anderen Teilen der Bevölkerung." Das ist die sachliche Seite.

Am wichtigsten scheint Hayali aber die emotionale, die menschliche: "Ohne Familie kommen wir niemals an." Sie fürchtet, dass die Familien in der Diskussion instrumentalisiert werden. "Das ist unmenschlich." Bei all den Problemen mit Wohnungsmangel solle man nicht vergessen: "Das sind Menschen. Keine Zahlen."

Wer zur Familie gehört

Unter dem Post bekommt Hayali viel Zuspruch. Viele denken demnach wie Userin Anke Edelmann: "Die Antwort ist klar. Familien gehören zusammen. Sie können nicht jahrelang getrennt sein. Punkt."

Einige fragen, wer denn zur Familie zähle - und ob dann nicht einfach viel zu viele Menschen kämen. Tatsächlich ist die rechtliche Lage in Deutschland klar: Zur Familie zählen die minderjährigen Kinder und Ehepartner von Erwachsenen, die in Deutschland leben. Oder die Eltern von Minderjährigen, die nach Deutschland gekommen sind. Andere Personen dürfen nur in Ausnahmefällen nachkommen.

Allerdings finden sich in den Kommentaren auch wieder Anmerkungen, die von wenig Sensibilität bis hin zur Ausländerfeindlichkeit zeugen. So unterstellen einige, "kräftige junge Männer" hätten "ohne Skrupel Frau und Kinder in den größten Kriegswirren zurückgelassen".

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