ELTERN
18/11/2017 11:27 CET | Aktualisiert 18/11/2017 11:32 CET

München: Lehrer lässt Schüler nicht aufs Klo - jetzt hat ihn die Mutter angezeigt

michellegibson via Getty Images
Lehrer lässt Schüler nicht aufs Klo - jetzt hat ihn die Mutter angezeigt - Symbolbild

  • Ein Lehrer ließ einen Schüler während des Unterrichts nicht aufs Klo

  • Jetzt hat ihn die Mutter deshalb wegen Körperverletzung angezeigt

In München ist ein Streit um die Pinkel-Pause für Schüler eskaliert: Ein 10-jähriger Schüler durfte während des Unterrichts nicht auf die Toilette - und hat sich deshalb eingenässt. Jetzt hat seine Mutter Anzeige erstattet, wie die "Bild" berichtet.

Der kleine Ben sagte der Zeitung: "Ich habe den Klassenlehrer gefragt, ob ich pinkeln gehen darf. Er hat es mir verboten. Da ist es rausgeschossen."

Die Mutter zeigte den Lehrer wegen Körperverletzung an

Seine Mitschüler hätten ihn ausgelacht, während er mit nasser Hose im Klassenzimmer stand und weinte. Daraufhin wurde er zum Schulrektor geschickt. Dieser habe den Jungen auch noch gerügt - angeblich mit den Worten: "Du bist ein Nichts."

Die Mutter, die verständigt wurde, um ihren Sohn abzuholen, ist über den Vorfall außer sich: Sie zeigte den Lehrer wegen Körperverletzung an. Ein Arzt schrieb den Jungen drei Wochen krank.

Sie sagte der "Bild": "Der Schulleiter sagte zu mir, es sei die Schuld meines Sohnes gewesen, denn die Pause sei zum Toilettengang da.“ Tatsächlich habe sich der Vorfall sechs Minuten nach der Pause ereignet. Ben hätte also auch während der Pause auf die Toilette gehen können.

Bens Mutter sagt dazu: "Natürlich habe ich meinem Sohn klargemacht, dass man solche Sachen in den Pausen erledigen sollte. Allerdings hat man auf biologische Vorgänge nur bedingt Einfluss. Und wenn es doch mal eng wird, während der Unterricht noch läuft, dann darf man ihn nicht daran hindern.“

Sie wünsche sich, dass sich so etwas nicht mehr wiederhole, auch nicht für andere Kinder.

Nächste Woche soll es ein Treffen mit Ben, seiner Mutter und drei Lehrern geben

Seit vergangenen Montag geht ihr Sohn wieder zur Schule.

Wie es nun nach der Anzeige für den Lehrer und Ben weitergeht, ist noch nicht ganz klar. Die Stadt München teilte der "Bild" mit, "dass die dienst­auf­sicht­li­che Be­ur­tei­lung der An­ge­le­gen­heit noch nicht ab­ge­schlos­sen sei.“

Immerhin soll es in der nächsten Woche ein Treffen mit drei Lehrern, Ben und seiner Mutter geben.

Ganz anders verlief ein ähnlicher Fall in den USA: Dort erhielt Anfang diesen Jahres eine ehemalige Schülerin einer Highschool im kalifornischen San Diego etwa eine Million Euro Schmerzensgeld, weil sie gezwungen wurde, sich während des Unterrichts in einer Abstellkammer des Klassenzimmers in einen Eimer zu erleichtern.

Die Begründung der Lehrerin sei damals gewesen, dass Schüler während des Unterrichts das Klassenzimmer nicht verlassen dürften.

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(ben)

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