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17/11/2017 16:29 CET | Aktualisiert 17/11/2017 17:19 CET

Psychologen erklären: Darum zwingen Männer Frauen dazu, ihnen beim Masturbieren zuzuschauen

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Darum zwingen so viele Männer Frauen, ihnen beim Masturbieren zuzuschauen

  • Männer belästigen Frauen auch, indem sie sich vor ihnen selbst befriedigen

  • Dabei gehe es um mehr als Macht, sagen Psychologen

  • Außerdem bräuchten diese Männer eine besondere Therapie

Die Debatte um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kommt nicht zur Ruhe. Und dabei taucht immer wieder ein Vorwurf an die betroffenen Männer auf: Sie hätten Frauen gezwungen, ihnen beim Masturbieren zuzusehen.

Doch was steckt dahinter? Wieso erregt es manche Männer so sehr, sich vor Frauen selbst zu befriedigen, dass sie das sogar mit Zwang und verbundenen Drohungen tun?

"Wenn es nur um Macht gehen würde, dann gäbe es für Männer andere Wege, Macht zu erlangen", sagte Sex-Therapeut Michael Vigorito der US-Zeitung "The Washington Post" (WP).

Die Person, die solch ein Verhalten an den Tag lege, wolle demonstrieren, was in unserer Kultur als Symbol für männliche Sexualität gelte, sagt Vigorito. Und das sei der Penis oder die Erektion. Wenn ein Mann eine Frau dazu zwingt, ihm bei der Selbstbefriedigung zuzusehen, dann handelt es sich um eine extreme Form des Exhibitionismus.

Zum Exhibitionismus gehöre es, wenn ein Mann Nachrichten mit sexuellen Inhalten an Orten hinterlasse, wo sie andere sehen, wenn er sich mit oder ohne Erektion entblößt oder eben vor anderen masturbiere, sagt der kanadische Sex-Therapeut James Cantor gegenüber CNN.

Cantor ist nicht der Meinung, dass es bei solchen Handlungen um Macht gehe. "Es ist eher wie ein Privileg", sagt er. Die Männer seien in einer bevorzugten Position - und wissen, dass sie mit ihren Handlungen durchkommen.

Drei bis fünf Jahre Therapie

Oft hätten diese Männer eine ähnliche Geschichte, sagte Sex-Therapeutin Alexandra Katehakis der "Washington Post". Eine nicht gerade glückliche Kindheit mit wenig Aufmerksamkeit durch die Eltern.

"Wir können Exhibitionismus ganz wörtlich verstehen als: Schau mich an. Ich will, dass du mich siehst", sagte sie.

Der entsetzte Gesichtsausdruck der Person, die der exhibitionistischen Handlung ausgesetzt ist, errege die Männer noch mehr. Und diese psychologische Folter mache einen großen Teil der Erregung aus. Die Männer fühlten sich machtvoll und dominant, wenn sie vor Frauen ohne deren Einwilligung masturbierten, und erlebten gleichzeitig sexuelle Befriedigung.

Doch können diese Männer therapiert werden? Ja, sagen die Therapeuten.

Allerdings dauere das drei bis fünf Jahre, erklärt Therapeutin Katehakis. Wenn Männer wie Harvey Weinstein weiterhin mit jungen Frauen zusammenarbeiten würden, dann sei das, als wenn ein trockener Alkoholiker in einer Bar arbeite. "Er wird nicht in der Lage sein, damit umzugehen".

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(lk)

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