NACHRICHTEN
16/11/2017 12:44 CET

Traurige Todesanzeige in Wuppertal sorgt für Diskussionen – besonders wegen eines Afrikaners

  • In Wuppertal hat die Stadt eine Todesanzeige für 47 Menschen geschaltet

  • Ein Name war den Behörden allerdings nicht bekannt

Eine Todesanzeige, die der "General-Anzeiger Wuppertal" am Samstag abdruckte, hat es im Internet zu besonderer Aufmerksamkeit gebracht.

Eine Todesanzeige ist stets eine trauriger Angelegenheit, für diese Anzeige trifft das aber besonders zu.

Die Stadt Wuppertal lädt mit der Annonce zu einem Gedenkgottesdienst am morgigen Freitag ein. Erinnert werden soll an Verstorbene, deren Angehörige nicht zu finden waren. In der Zeitung wurde dazu eine lange Liste von 46 Namen abgedruckt.

Menschen, die einsam starben und bei denen sich keine Angehörigen um eine Bestattung kümmerten: alte Menschen, Obdachlose, Suizidfälle und Suchtkranke.

Besonders über einen Verstorbenen auf der Liste diskutieren die Internet-Nutzer auf Facebook und Reddit jetzt. Der Mann ist nicht mit Namen aufgeführt, im "General-Anzeiger" heiße er lediglich "Unbekannter Afrikaner".

todesanzeige

Stadtsprecherin erklärt die Hintergründe

Es handele sich um einen Afrikaner, der ohne Papiere in einem Wuppertaler Krankenhaus behandelt worden und dort gestorben sei, sagte Stadtsprecherin Martina Eckermann der "Rheinischen Post“.

"Der Mann war alleine und hatte keine Unterlagen bei sich", sagt Eckermann. Möglich sei, dass es sich um einen Flüchtling ungeklärter Identität handelt.

Grundsätzlich käme es häufiger zu Beerdigungen von Menschen, deren Familien nicht ausfindig gemacht werden könnten. Dann gebe es eine "Ordnungsamtsbestattungen auf dem kommunalen Friedhof", erklärt Eckermann. "Solche Bestattungen sind schlicht, aber sie werden würdig durchgeführt.“

Die Stadt will durch die ungewöhnliche Anzeige, das Bewusstsein der Menschen für die einsamen Toten erhöhen. Es sei denkbar, "dass dann doch Angehörige, Freunde, vielleicht Leute aus der Schulzeit den Namen sehen", sagte die Stadtsprecherin. Kein Mensch solle unbedacht, ohne Erwähnung seines Namens bestattet werden.

Im Internetforum Reddit bemerkten die Nutzern aber noch eine andere Auffälligkeit der Anzeige. "Von den 47 Verstorbenen sind nur 10 Frauen, werden Männer im Alter öfter vergessen?", fragte ein Nutzer.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg