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16/11/2017 15:11 CET

Das ist das teuerste Gemälde der Welt - obwohl es einen groben Fehler enthält

  • Am Mittwoch kam das nun teuerste Gemälde der Welt unter den Hammer

  • "Salvator Mundi" von Leonardo Da Vinci ging für umgerechnet 380 Millionen Euro an den Höchstbietenden

  • Im Video oben zeigen wir euch, was an dem Gemälde nicht stimmt

Im New Yorker Auktionshaus Christie’s ging es am Mittwoch heiß her: Das letzte sich im Privatbesitz befindliche Gemälde Leonardo Da Vincis wurde versteigert. Auf “Salvator Mundi” (lat. “Erlöser der Erde”) ist Jesus Christus zu sehen, der eine Glaskugel in seiner Hand hält.

Von 45 Pfund auf 450 Millionen US-Dollar

1958 wurde das Gemälde für lächerliche 45 Sterling Pfund verkauft. Nun starteten die Gebote bei 70 Millionen US-Dollar. Wie die “Welt” berichtet, kristallisierte sich nach einer Weile ein erbitterter Kampf zwischen zwei Bietern heraus. Diese wiesen über das Telefon Repräsentanten des Auktionshauses an, für sie zu bieten. Am Ende ging das gute Stück für 450 Millionen US-Dollar, umgerechnet über 380 Millionen Euro, über den Tisch.

Kunstliebhaber können solche Summen wahrscheinlich nachvollziehen, andere vermutlich eher nicht. Doch auch der ein oder andere Experte greift sich bei diesem Kauf an den Kopf, denn: Das Bild enthält einen zeichnerischen Fehler. Wie Walter Isaacson, der Autor von Da Vincis Biografie, erzählt, ist die Kugel, die sich in der Hand von Jesus befindet, fehlerhaft.

Das durchsichtige Objekt ist zwar kugelförmig, die Spiegelung ist allerdings unrealistisch und entspricht nicht einer realen Spiegelung. Das spricht nicht dafür, dass das Gemälde von Da Vinci stammt.

Gar nicht aus der Feder Da Vincis?

Deshalb haben sich inzwischen auch andere Kunsthistoriker zu Wort gemeldet. Zum Beispiel der Franzose Jacque Franck, der behauptet, es handele sich dabei gar nicht um ein Gemälde von Da Vinci.

Der Leonardo-Spezialist hat bereits fünfmal die Mona Lisa aus dem Rahmen gehoben, um sie zu untersuchen - er gilt als absoluter Da-Vinci-Experte. Er ist der Meinung, es handele sich bei dem Bild höchstens um ein Werk aus dem Studio Da Vincis. Dieses müsse aber nicht unbedingt komplett aus seiner Feder stammen.

Bringt es Unglück?

Außerdem könne das Gemälde seinem neuen Besitzer zum Verhängnis werden: “Salvator Mundi” war bereits im Besitz dreier englischer Könige: Charles I, Charles II. und James II. Ersterer wurde geköpft, letzterer ins Exil geschickt. Glück scheint das Portrait also nicht unbedingt zu bringen.

Auch an der Qualität lässt sich einiges bemängeln: Durch intensive Restauration sind Jesus' Haare und Gesicht bereits extrem angegriffen.

An der Rekordsumme ändern all diese Makel allerdings trotzdem nichts. Der anonyme neue Besitzer freut sich hoffentlich trotzdem und kann sich nun einen (vielleicht) echten Da Vinci an die Wand hängen.

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