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15/11/2017 19:15 CET | Aktualisiert 16/11/2017 07:25 CET

Wirre Thesen von Schröder: Wie der Altkanzler in einem Interview Kreml-Propaganda verbreitet

Stefanie Loos / Reuters
Wirre Thesen von Schröder: Wie der Altkanzler in einem Interview Kreml-Propaganda verbreitet

  • Gerhard Schröder hat sich in einem Interview hinter den russischen Präsidenten Putin gestellt

  • Er kritisierte auch die Sanktionen des Westens gegen Russland

Seit einigen Wochen führt Altkanzler Gerhard Schröder nun den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft. Der ehemalige SPD-Chef sei Moskau gegenüber der "loyalste Bundeskanzler der Geschichte", hatte Rosneft-Vorstand Igor Setschin Schröder nach seiner Einsetzung gelobt.

Loyal gibt sich Schröder nun auch gegenüber Russland. Das zeigt sein aktuelles Interview in der Wochenzeitung "Die Zeit". Verglichen mit US-Präsident Donald Trump, sagt der Altkanzler darin etwa, "können wir froh sein, einen Putin zu haben".

So ähnlich hatte sich Schröder schon einmal über die Präsidenten der USA und Russlands geäußert. Bei einem SPD-Wahlkampf-Auftritt im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme sagte der Altkanzler, Trumps Außenpolitik über Twitter sei "hochgradig gefährlich".

Putins "Außenpolitik" in der Ukraine dagegen verteidigte Schröder im Gespräch. Die Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs in der Ukraine - die auch Rosneft betreffen - kritisierte er.

Russland hat die ukrainische Halbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert, noch immer führen pro-russische Milizen in der Ost-Ukraine Krieg mit Unterstützung aus Russland, der Kreml dementiert jedoch jede Einmischung.

Schröder beschuldigte Kiew im Gespräch mit der "Zeit", "Krieg gegen den Donbass" - die besetzten Gebiete in der Ost-Ukraine - zu führen.

Die Vorstellung, dass Russland die baltischen Länder annektieren wolle, bezeichnet Schröder als "absurd". Einmal mehr vertritt der Altkanzler in einem Gespräch die Linie des Kreml.

Mehr zum Thema: Die 16 größten russischen Propaganda-Mythen über die Ukraine

Schröder hält Neuwahlen 2019 für möglich

Auch zur deutschen Innenpolitik äußerte sich Schröder, auch hier wagte er sich mit einer Aussage vor: "Wenn Jamaika dazu führt, dass die CSU bei der Landtagswahl in Bayern die Mehrheit verliert, wird sie die Koalition sprengen. Dann werden wir 2019 sehr interessante Neuwahlen haben", sagte Schröder

Der SPD empfahl er für den Fall des Scheiterns der Jamaika-Sondierungen, nicht in eine große Koalition einzutreten. Damit revidierte er seine Aussagen wenige Tage nach der Bundestagswahl. Damals hatte er kritisiert, die SPD habe sich zu früh auf die Opposition festgelegt.

Schröder erklärte weiter, dass sich die SPD nun nicht in Personaldebatten aufreiben dürfe. "Bei der SPD gibt es gute Leute wie Andrea Nahles und Olaf Scholz", sagte er. "Mich bedrückt, dass einer der Begabtesten, Sigmar Gabriel, nicht die Wertschätzung erhält, die er verdient."

Mehr zum Thema: BLOG: Wie sehen Sie Ihre Rolle bei Rosneft, Herr Schröder?

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(amr)

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