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15/11/2017 09:41 CET | Aktualisiert 15/11/2017 23:26 CET

US-Behörde genehmigt Pille mit Mini-Sender: Was sich dahinter verbirgt

Tom Merton via Getty Images
Pille vergessen? Eine Pharmaunternehmen aus den USA möchte dem entgegenwirken - und hat eine Pille mit Chip entwickelt. Der Sender gibt an ein Smartphone Informationen darüber weiter, ob die Medikamente richtig eingenommen werden.

  • Die US-Gesundheitsbehörde hat ein Medikament mit einem Sender genehmigt

  • Ärzte und Betreuer können damit die Einnahme der Pille überprüfen

  • Der Datenschutz ist aber noch nicht geklärt

Pille vergessen? Eine Pharmaunternehmen aus den USA möchte dem entgegenwirken - und hat eine Pille mit Chip entwickelt. Der Sender gibt an ein Smartphone Informationen darüber weiter, ob die Medikamente richtig eingenommen werden.

Das klingt wie eine Idee aus der Zukunft. In den USA ist das aber bereits Realität. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die erste Pille mit Sender zugelassen.

Das Medikament Abilify MyCite der Unternehmen Otsuka und Proteus Digital Health basiert auf dem Wirkstoff Neuroleptikum Aripiprazol, der bei bipolaren Störungen und Schizophrenie helfen soll. Das Neue daran: der Sender.

Ein Pflaster verstärkt die Signale aus der Pille

Dieser wird von der Magensäure aktiviert und gibt ein schwaches Signal an. Der Patient hat ein Pflaster auf der Brust, der die Signale aufnimmt. So kann ein Smartphone die Daten via Bluetooth empfangen. Der Patient kann in der App zusätzlich mehr zu seinem Befinden schreiben - oder ob er Hilfe braucht.

Die Daten werden in einer Cloud hochgeladen - so dass auch Ärzte und Betreuer darauf zu greifen können. So können sie die Einnahme überprüfen. Denn laut der "Süddeutschen Zeitung" neigen Betroffenen bei diesem Krankheitsbild dazu, ihre Medikamente zu verweigern oder zu vergessen.

Der Datenschutz könnte ein Problem sein

Aber für einen Notfall eignet sich der Sender nicht. Die Informationen haben eine Verzögerung von bis zu zwei Stunden, heißt es in dem Bericht.

Unterdessen wird der Mini-Chip im Darm zersetzt und ausgeschieden.

Experten wie zum Beispiel von der Harvard Medical School laut der US-Zeitung "New York Times" gehen davon aus, dass dieses Medikament mit Sender die Versorgung von Patienten verbessern könnte. Doch würden die Daten zweckwidrig genutzt, entstehe statt Vertrauen Misstrauen, sagte ein Dozent der Medizin-Uni. Denn der Datenschutz ist noch nicht geklärt.

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(ll)

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