Helfen macht glücklich – solange man seine eigenen Grenzen kennt

hands

Mehr als 20 Millionen Deutsche engagieren sich im Ehrenamt — nochmal so viele interessieren sich dafür oder denken darüber nach. Ohne das Ehrenamt wären viele zivilgesellschaftliche Einrichtungen von Katastrophenschutz bis zu sozialer Unterstützung nicht existent. Doch was löst das Engagement in den Helfern aus? Und ab wann kann Solidarität zu einer Belastung werden? Gemeinsam mit der Deutschen Fernsehlotterie erklären wir dir, weshalb sich ein ehrenamtlicher Einsatz gleich doppelt lohnt, wie du helfen kannst und was du dabei unbedingt beachten solltest.

Internationale Studien der vergangenen Jahre kommen zu demselben Schluss: Helfen macht auch den Helfenden glücklicher. US-Neurowissenschaftler haben beispielsweise bereits 2006 belegt, dass eine Geldspende dieselben Hirnareale aktiviert, die auch dann aktiv sind, wenn jemand uns etwas Gutes tut. Weitere Forschungen deuteten in die gleiche Richtung: Tun wir etwas für andere, springt unser Belohnungszentrum an. Wir fühlen uns glücklicher.

working

Laut Wissenschaft verbessern Menschen, die regelmäßig anderen helfen, zudem ihre Eigeneinschätzung. Doch damit nicht genug. Eine Studie aus dem Jahr 1999 belegt sogar, dass Helfen gesund macht. Untersucht wurde dabei die Gesundheit von Probanden älter als 55 Jahre. Die Ergebnisse verblüffen: Diejenigen, die sich sozial engagierten, hatten eine um 44 Prozent niedrige Sterblichkeitswahrscheinlichkeit als diejenigen, die das nicht taten.

Hilft man anderen, so tut man sich selbst also auch immer etwas Gutes. Die Arbeit im klassischen Ehrenamt schreckt dabei allerdings viele – vor allem jüngere – Menschen ab. Regelmäßiges Engagement und die flexiblen Anforderungen der modernen Arbeitswelt lassen sich nur schwer verbinden. Das Ehrenamt wird wie ein Klotz am Bein empfunden und die Bereitschaft sich weiter zu beteiligen nimmt ab.

Hilfe und Flexibilität verbinden

Genau da setzen Projekte wie tatkräftig e.V. an. Sie bieten Menschen die Möglichkeit, sich tageweise zu engagieren. So verbinden sich ehrenamtliche Hilfe und Flexibilität. „Gerade als gemeinnützige Einrichtung muss man sich also überlegen, wie man an die Menschen herankommt. Wir stellen darum den ersten Kontakt her und schaffen einen Anreiz: In den einzelnen Projekten können Menschen sich ganz einfach, aber trotzdem wirkungsvoll engagieren“, erklärt Theresa Senk, Geschäftsführerin von tatkräftig e.V.

woman

Auch ihrer Erfahrung nach nehmen die Helfer sehr viel mit – unabhängig davon, wie die Hilfe konkret aussieht. „Eigentlich kommt es gar nicht so sehr darauf an, wo man hilft – es ist immer erfüllend. Nicht umsonst sagt man auch, das Ehrenamt erdet. Denn die eigenen Probleme werden so, so klein.“

Doch gerade weil uns das Helfen so gut tut, birgt es auch eine Gefahr. Leicht kann es passieren, dass wir uns selbst zu stark über die Hilfe für andere definieren. Ein Zustand, den der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer in seinem berühmten Buch „Die hilflosen Helfer“ als Helfersyndrom bezeichnet hat.

Eigene Grenzen werden ignoriert

Die Gefahr: Weil uns das Engagement so gut tut und sich durch das dauerhaft aktive Belohnungszentrum nicht wie eine Belastung anfühlt, ignorieren wir unsere eigenen Grenzen. Die Folge können schwerwiegend sein und von Burn-out bis Depression reichen.

man coffee

Aus den Untersuchungen Schmidbauers lässt sich eine Checkliste ableiten, die auch aktive Ehrenamtler immer mal wieder durchgehen sollten.

  • Sie haben realistische Erwartungen von dem, was Sie leisten können und wo Hilfe aussichtslos ist.
  • Sie erlauben sich negative Gefühle und nehmen eigene Bedürfnisse ernst.
  • Sie pflegen vielfältige Interessen und soziale Kontakte außerhalb des helfenden Engagements.
  • Sie entwickeln sich mit der Aufgabe weiter und fühlen sich intellektuell gefordert.
  • Sie sind gesundheitsbewusst und fühlen sich in der Lage, psychische Belastungen zu meistern.
  • Sie zeigen Initiative und können sich in die Gestaltung Ihrer Organisation einbringen.
  • Sie schätzen Ihre Kollegen und haben das Gefühl, unterstützt zu werden.

Stellen Helfer fest, dass sie einen oder mehrere dieser Punkte nicht mit „Ja“ beantworten können, sollten sie versuchen, persönliche Hilfs-Grenzen zu definieren und mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten.

Positive Effekte überwiegen

Dennoch: Die positiven Effekte des Helfens überwiegen das für die meisten Helfer eher geringe Risiko. Dabei kann die Solidarität sogar zum Turbo für das eigene Leben und Glück werden. Denn Menschen, die helfen, sind laut wissenschaftlichen Studien meist optimistisch und handlungsorientiert.

Engagement zu zeigen ist also grundsätzlich ein Win-Win-Geschäft, bei dem sowohl der Helfende als auch der Unterstützte profitiert.

Mit einem Los der Deutschen Fernsehlotterie soziale Projekte unterstützen

Es ist bewiesen: Helfen tut dir und deiner Umwelt gut! Dabei muss es nicht immer und jeden Tag die direkte Hilfe vor Ort sei. Wem die Zeit für ehrenamtliches Engagement fehlt, kann auch mit einem Los der Deutschen Fernsehlotterie zum solidarischen Miteinander beitragen. Denn mit jedem verkauften Los werden soziale Projekte in Deutschland unterstützt. Jedes Los hilft. Und jeder, der mitspielt, ebenfalls. Mach jetzt mit und werde auch Du zu einem Gewinn für alle, die Hilfe brauchen!