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15/11/2017 19:55 CET | Aktualisiert 16/11/2017 10:03 CET

Hamburger Wirt zeigt unschöne Aufnahmen von betrunkenen Gästen – ob die wussten, dass sie gefilmt werden?

  • Der Elbschlosskeller ist eine der bekanntesten Kneipen der Hamburger Reeperbahn

  • Regelmäßig veröffentlicht der Besitzer Aufnahmen seiner Gäste, die beweisen, wie es dort täglich zugeht

  • Ausschnitte der verrückten Aufnahmen seht ihr im Video oben

Die Reeperbahn in Hamburg ist sagenumwoben für ihr Nachtleben. Wer einen feuchtfröhlichen Abend erleben will, landet früher oder später hier.

Eine der berüchtigsten Kneipen auf St. Pauli ist seit Jahren der “Elbschlosskeller”. Hier herrscht zu jeder Tages- und Nachtzeit reges Aufkommen. Sei es um 5 Uhr morgens oder nachmittags um 16 Uhr: Die Bar, die 24 Stunden täglich geöffnet ist, bietet jedem ein Zuhause.

Das beweisen auch die Aufnahmen, die Besitzer Daniel Schmidt regelmäßig auf der Facebook-Seite des Lokals teilt. Darauf zu sehen sind zum Beispiel junge Männer, die sich oberkörperfrei in den Morgenstunden ein Tanzbattle liefern oder ein älterer Herr, der sich nachmittags mit Hilfe eines anderen Gastes an Liegestützen probiert.

Die Gäste "freuen sich über die Aufmerksamkeit"

Dabei stets der beliebteste Ort für alle Gäste jeden Alters und Geschlechts: Die Pole-Stange in der Mitte der Kneipe. Die Fotos und Videos beweisen: In der Kneipe ist immer etwas los.

Dabei möchte Schmidt seine Gäste mit den Aufnahmen auf keinen Falls zur Schau stellen. Er versichert, dass die aufgezeichneten Feierwütigen alle Stammgäste seien, zu denen er ein enges Verhältnis pflege und die sich über die Aufmerksamkeit freuten.

"Wir haben viele Stammgäste, die in der Gesellschaft nicht wahrgenommen werden. Die freuen sich 'nen Keks über die Aufmerksamkeit", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung.

Der "Hamburger Morgenpost" erzählte das "Kellerkind", wie er sich selbst nennt, über seine Gäste: "Da ist alles dabei. Viele sind Rentner, Hartz -IV-Empfänger, Handwerker. Leute, die ausgestoßen wurden, zu verwackelt. Die, die wo anders nicht reinkommen." Dabei biete die Bar sogar ein Zuhause für Obdachlose, die dort des öfteren übernachten.

Die "sozialste Kneipe" Hamburgs

Die Kneipe gibt es nun seit 66 Jahren. Zuerst gehörte sie Daniels Großvater und dann seinem Vater. Daniel selbst sei sogar hinter der Bar gezeugt worden, erzählte er der "Morgenpost" weiter.

Trotz regelmäßigen Polizeieinsätzen und einer Messerstecherei in diesem Jahres, sieht er seine Bar als die "sozialste Kneipe. Wir sind eine Familie. Eine Institution für gestrandete, gescheiterte Existenzen und verlorene Seelen."

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