Angst vor Atomunfall: Zehntausende Menschen in Westdeutschland versorgen sich mit Jodtabletten

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TIHANGE
Der Atommeiler Tihange | dpa
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  • Über hunderttausend Menschen haben sich in der Region in Aachen kostenlos mit Jodtabletten eingedeckt
  • Aus Sorge vor einem Atomunfall im belgischen Atommeiler Tihange hatte die Region ein entsprechendes Angebot erstellt

In der Region Aachen haben sich mehr als 123.000 Menschen aus Sorge vor einem Atomunfall im nahen belgischen Kernkraftwerk Tihange mit kostenlosen Jodtabletten versorgt.

Seit 1. September konnten Menschen in der Region in Apotheken kostenlos Jodtabletten mitnehmen
. Am Mittwoch bestand die letzte Gelegenheit, das Angebot anzunehmen.

Nach Angaben der Behörden hat sich nun etwa jeder fünfte anspruchsberechtigte Bürger mit Bezugsscheinen mit Jodtabletten eingedeckt. Das geht aus Zahlen von Stadt und Städteregion Aachen und den Kreisen Düren, Heinsberg und Euskirchen vom Mittwoch hervor.

Die Bezugsscheine können noch bis zum 30. November in Apotheken eingelöst werden. Insgesamt waren den Angaben nach mehr als 54.000 Anträge eingegangen. Mit den erteilten Bezugsscheinen können mehrere Menschen in einem Haushalt versorgt werden.

Pannenmeiler Tihange

Die Region hatte mit dem Angebot auf die Angst der Bevölkerung vor einem Atomunfall im nahen Atomkraftwerk Tihange reagiert.

Das belgische Kraftwerk steht wegen wiederholter Pannen in Deutschland in der Kritik, der Meiler ist etwa eine Autostunde von Aachen entfernt. Sorge bereiten vor allem Tausende Mikrorisse an Meiler 2. Die belgische Regierung hält die gesamte Anlage allerdings für sicher.

Mehr zum Thema: Experten warnen vor belgischem Atomkraftwerk: Bei Katastrophe könnte Aachen unbewohnbar werden

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(mf)

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