Forscher nennen uns 9 Aufgaben, um den Untergang der Welt zu verhindern – 8 sind noch unerledigt

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PLANET EARTH
So viele Wissenschaftler wie noch nie warnen: Uns Menschen läuft die Zeit davon. | uschools via Getty Images
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  • 15.000 Wissenschaftler warnen vor den Folgen der Umweltzerstörung
  • Die Forscher nennen dabei neun Aufgaben, die wir meistern müssen, um die Umwelt zu retten.
  • Es liegt an uns allen, das Leben auf unserem Planeten zu schützen

Viele Politiker und Ökonomen wollen es einfach nicht sehen - doch jetzt haben 15.000 Wissenschaftler eine eindringliche Warnung an die Menschheit veröffentlicht: Sie sind überzeugt, dass wir sehr bald unser Leben auf dem Planeten gefährden, wenn wir so weitermachen wie bisher.

In dem Essay "World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice" ("Wissenschaftler der ganzen Welt warnen die Menschheit: Eine zweite Ankündigung") schreiben sie, dass die Menschheit der Erde unumkehrbaren Schaden zufügen wird, wenn wir nicht sofort reagieren.

Die Forscher nennen dabei neun Aufgaben, die wir meistern müssen, um die Umwelt zu retten.

15.000 Wissenschaftler aus 184 Ländern setzen ein Zeichen

Den Artikel, der Anfang der Woche veröffentlicht wurde, haben schon von 15.000 Wissenschaftlern aus 184 verschiedenen Ländern signiert. Mitautor Thomas Newsome von der University of Sydney sagte dem amerikanischen Wissenschaftsportal "Science Alert", dass es wahrscheinlich die größte Anzahl an Unterschriften unter einer wissenschaftlichen Arbeit sei, die es je gegeben habe. "Diese Antwort ist überwältigend, das haben wir nicht erwartet", sagte er.

Der Artikel bezieht sich auf eine Studie, die schon vor 25 Jahren von 1700 Wissenschaftlern, darunter mehreren Nobelpreisträgern, veröffentlicht wurde. Darin identifizierten sie neun Aufgaben, an denen der Mensch arbeiten müsste, um die Zerstörung des Planeten abzuwenden.

Dazu gehören der Schutz der Ozon-Schicht und der Wälder, aber auch Investitionen in den Artenschutz.

1. Schutz der Ozon-Schicht
2. Sicherstellung der Trinkwasserversorgung
3. Kampf gegen die Überfischung der Meere
4. Schutz der Wälder
5. Senkung der CO2-Emissionen
6. Schutz der Artenvielfalt
7. Kampf gegen die Klimaerwärmung
8. Schutz der Gewässer vor dem Umkippen (Dead Zones)
9. Bevölkerungswachstum eindämmen

"In unserer Arbeit evaluieren wir, wie es heute um diese Bereiche steht", sagte Newsome "Science Alert". Dafür analysierten die Forscher die Daten der vergangenen Jahre und kamen zu einem erschreckenden Ergebnis: Nur bei einem Punkt konnte die Menschheit einen Fortschritt erzielen - beim Schutz der Ozon-Schicht.

Es steht schlecht um die Umwelt - doch es gibt Hoffnung

So haben wir 300 Millionen Morgen Waldgebiet (ungefähr 75 Millionen Hektar) verloren und einen Anstieg von 75 Prozent bei den umgekippten Zonen in den Ozeanen zu verzeichnen. Am meisten Sorgen macht den Wissenschaftlern allerdings neben dem Massensterben der Tiere und der Klimaerwärmung der Anstieg der Weltbevölkerung um 35 Prozent.

Denn dieser sei an vielen weiteren Umweltkatastrophen schuld und könnte die Situation weiter verschlechtern. Die Menschheit habe dabei versagt, das Bevölkerungswachstum einzudämmen, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten und die Umwelt zu schützen.

"Um Massenelend und den katastrophalen Verlust der Biodiversität zu verhindern, muss die Menschheit nachhaltigere Alternativen entwickeln als bisher üblich", schreiben die Forscher in dem Artikel. Und zwar am besten sofort - bevor es zu spät ist.

Es liegt an uns, das Leben auf unserem Planeten zu schützen

Denn laut der Wissenschaftler gebe es auch Hoffnung: Immerhin haben die Fortschritte beim Schutz der Ozon-Schicht gezeigt, dass erfolgreicher Umweltschutz möglich ist, wenn sinnvolle Maßnahmen ergriffen und umgesetzt werden. Diesen Monat verkündete die Nasa sogar, dass das Ozon-Loch über der Antarktis geschrumpft ist - es ist wieder bei der Größe, die es um 1988 hatte.

Deshalb bitten die Wissenschaftler alle Menschen, bei den Politikern Druck zu machen, die Umwelt zu schützen und in erneuerbare Energien zu investieren. Es liegt an uns, das Leben auf unserem Planeten zu schützen.

Auch in unserem Alltag können wir etwas bewirken, indem wir unseren persönlichen Energieverbrauch vermindern und die Umwelt entlasten, indem wir etwa möglichst auf Flugreisen und Fleisch verzichten.

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