Private Chats mit Wikileaks bringen Trump Jr. in Bedrängnis - ein Detail auch den US-Präsidenten

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DER KLEINE TRUMP
Private Chats mit Wikileaks bringen Trump Jr. in Bedrängnis - ein Detail auch den US-Präsidenten | Getty
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  • Die Nachricht ist heikel: Trumps ältester Sohn tauschte sich während des Wahlkampfs mit Wikileaks aus
  • Das ist die Plattform, die gestohlene E-Mails aus dem Clinton-Lager veröffentlicht hatte
  • Die Kommunikation scheint einseitig gewesen zu sein - doch es gibt eine auffällige Zeitspanne

Die Luft für Donalds Trumps ältesten Sohn wird dünner. In der Russland-Affäre um den US-Präsidenten ist nun bekannt geworden, dass Donald Trump Jr. während des Wahlkampfs Kontakt mit der Enthüllungsplattform Wikileaks hatte.

Er veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) Nachrichten, die eine Kommunikation zwischen ihm und dem Twitter-Konto von Wikileaks zeigen und sich unter anderem um Leaks der Plattform drehen.

Der 39-Jährige war bemüht, die Bedeutung der Mitteilungen herunterzuspielen. Darunter befänden sich ganze drei "kolossale" Antworten von ihm selbst, schrieb er auf Twitter.

Doch die Enthüllungsplattform spielte im Wahlkampf 2016 eine entscheidende Rolle, sie veröffentlichte interne E-Mails von Trumps demokratischer Gegenkandidatin Hillary Clinton. Deshalb ruft das jetzige Bekanntwerden viele Fragen auf - insbesondere über ein mögliches Mitwissen des US-Präsidenten.

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"Weit weg von der Wahrheit"

Klar ist: Trump Jr. war eine zentrale Stütze seines Vater bei den US-Wahlen. Nun reagierte er mit der Veröffentlichung der privaten Nachrichten auf einen Artikel des Magazins "The Atlantic", das über den Inhalt der Nachrichten zuvor berichtet hatte.

Die Neuigkeiten sind pikant, weil Wikileaks während des Präsidentschaftswahlkampfs eine bedeutende Rolle inne hatte. Die Plattform veröffentlichte gehackte E-Mails aus dem demokratischen Lager um Hillary Clinton. Das schadete ihr sehr und kostete Clinton womöglich den Wahlsieg. US-Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, hinter den Hacking-Angriffen zu stehen.

Aus den von Trump Jr. veröffentlichten Nachrichten geht hervor, dass er mehrmals Anfragen von Wikileaks bekam - auch noch im Juli dieses Jahres. Von ihm selbst finden sich in der Kommunikation drei Antworten.

Brisant ist der Vorfall auch, weil Trump-Vize Mike Pence am 14. Oktober 2016 in einem TV-Interview mit dem US-Sender "Fox News" verneinte, dass das Wahlkampfteam gemeinsame Sache mit Wikileaks machen würde. "Nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein", betonte Pence.

Merkwürdige 15 Minuten

Zudem gibt es eine auffällige Koinzidenz zwischen einer Nachricht von Wikileaks an Trump Jr. und einem Tweet von dessen Vater.

Denn nur 15 Minuten nachdem Wikileaks Trump Jr. bat, seinen Vater über die gehackten E-Mails von Podesta zu informieren und ihn dazu zu bringen darüber zu tweeten ("Empfehlen dringend, dass dein Vater diesen Link twittert, wenn er uns erwähnt"), tat dies Trump Senior tatsächlich, ohne aber die Enthüllungen direkt zu verlinken. Darauf hat der "Wall Street Journal"-Journalist Byron Tau hingewiesen.

Trump postete damals: "Sehr wenig Berichterstattung von den unehrlichen Medien über die unfassbaren Informationen, die von Wikileaks verbreitet worden. So unehrlich. Manipuliertes System!"

Mit Bitte um Enthüllung

Einige der Nachrichten zwischen Wikileaks und Trump Jr. stammen aus der Zeit, als die Plattform noch dabei war, gestohlene E-Mails von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta zu veröffentlichen.

Wikileaks schickte Trump Jr. zunächst im September 2016 eine Frage zu dem Initiator eines politischen Aktionskomitees. Er antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören.

In der nächsten Nachricht bat Wikileaks ihn, einen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. entgegnete, er habe dies bereits getan. Dann fügte er hinzu: "Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt."

In der dritten Nachricht fragte er Wikileaks, was hinter einer Enthüllung stecke, von der er gelesen habe. Die Plattform bat ihn dann darum, einen Link zu verbreiten. Dies tat er zwei Tage später - am 14. Oktober 2016.

Ab diesem Punkt finden sich aber keine weiteren Antworten des 39-Jährigen unter den veröffentlichten Nachrichten. Es folgen nur noch Mitteilungen von Wikileaks. So schlug ihm der Nutzer des Twitterkontos im Oktober 2016 vor, der Plattform die Steuererklärung seines Vaters zu geben, damit diese sie dann enthüllen könne.

Außerdem empfahl Wikileaks, dass Trump sich im Fall einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben dürfe, sondern das Ergebnis anfechten müsse. Wörtlich schlug die Plattform am Wahltag vor:

"Hallo Don, wenn dein Vater "verliert", denken wir, dass es viel interessanter ist, wenn er nicht mitmacht und Zeit damit verbringt, die Medien und andere Arten von Manipulation herauszufordern." Wikileaks schlug zudem vor, ein Mediennetzwerk zu gründen.

Beobachter sehen darin eine mögliche weitere Verbindung nach Russland.

Wikileaks-Gründer Julian Assange schrieb zunächst auf Twitter, er könne die Nachrichten nicht bestätigen. Nachdem Trump Jr. diese veröffentlicht hatte, verbreitete er sie aber in dem Kurznachrichtendienst weiter.

Russische Hilfe für Trump?

Die Angelegenheit ist für Trump Jr. heikel, weil er ohnehin im Fokus der Russland-Affäre steht.

Im Juli hatte er einräumen müssen, sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Aus E-Mails geht hervor, dass er der Begegnung zugestimmt hatte, weil ihm kompromittierendes Material über Clinton versprochen worden war.

In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als Indiz dafür, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten, um den Wahlkampf zu beeinflussen. Trump Jr. beherrschte daraufhin tagelang die Schlagzeilen.

Brisant: In der letzten Nachricht vom Juli ging Wikileaks auf genau dieses Thema ein. Man sei sehr daran interessiert, Kopien der E-Mails zu veröffentlichen, die zu dem Treffen geführt hätten, heißt es darin. Trump Jr. reagierte darauf nicht. Die E-Mails veröffentlichte er später selbst - aber erst im Juli 2017, nachdem - wie diesmal - der Inhalt schon vorab weitestgehend bekannt war.

Die Russland-Affäre wird von einem Sonderermittler und mehreren Komitees des Kongresses untersucht. Trump Jr. erklärte am Montagabend, einer dieser Ausschüsse stecke hinter der Enthüllung seiner Kommunikation mit Wikileaks.

"The Atlantic" hatte berichtet, seine Anwälte hätten diese an die Ermittler im Kongress übergeben.

(Mit Material der dpa)

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(amr)

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