POLITIK
14/11/2017 12:47 CET | Aktualisiert 14/11/2017 13:04 CET

Sächsischer CDU-Innenpolitiker war Mitglied von rassistischer Facebook-Gruppe

Hartmann
Sächsischer CDU-Innenpolitiker war Mitglied von rassistischer Facebook-Gruppe

  • Unter den Mitgliedern der rassistischen Facebook-Gruppe "Die Patrioten" war auch ein einflussreicher CDU-Politiker

  • Im April 2017 trat er der Gruppe bei - es soll sich um ein "rein technisches Malheur" handeln

Der Skandal um die rassistische Facebook-Gruppe "Die Patrioten" reißt nicht ab.

Dort waren nicht nur 50 Bundes- und Landtagsabgeordnete der AfD Mitglied. Nun wird klar, dass offenbar auch ein hochrangiger CDU-Politiker über Monate hinweg der Gruppe angehörte. Darüber berichtet der "Tagesspiegel".

Es geht um Christian Hartmann, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Sachsen. Er trat den "Patrioten", im April 2017 bei. Hartmann machte vor wenigen Wochen Schlagzeilen, weil er für eine Koalition mit der AfD warb.

Auf Anfrage erklärte die CDU, dass es sich um einen technischen Fehler handele.

"Rein technisches Malheur"

Die Begründung der Christdemokraten: "Hartmann wurde zur Gruppe hinzugefügt. Facebook verlangt aktives Austreten. Wurde verpasst. Rein technisches Malheur."

Hartmann war in dieser Gruppe nicht aktiv. Das heißt, er postete weder eigene Beiträge noch kommentierte er die anderer Nutzer. Allerdings wirft es Fragen auf, warum Hartmann den Austritt über mehr als ein halbes Jahr verpasste.

Auch, weil in der Gruppe antisemitische und rassistische Inhalte geteilt wurden. Unter anderem verbreitete dort ein Nutzer eine Fotomontage des Holocaust-Opfers Anne Frank auf einer Pizzaschachtel und schrieb dazu: "Die Ofenfrische, locker und knusprig zugleich" sowie "Neu, feurig, scharf".

"Beleidigungen, Volksverhetzung und Menschenverachtung"

Außerdem finden sich in der Gruppe laut "Tagesspiegel" abfällige Kommentare über Kanzlerin Merkel, die das "deutsche Volk ausrotten wolle".

An anderer Stelle wird ein Foto einer jungen Frau, die einen dunkelhäutigen Mann küsst, mit Beschimpfungen wie "Negernutte" "Pfui Deibel", "abartig" oder "widerlich" kommentiert.

"Beleidigungen, Volksverhetzung und Menschenverachtung sind an der Tagesordnung", schreibt der "Tagesspiegel" zu den Äußerungen in der AfD-Gruppe.

2017-09-07-1504786616-8796518-CopyofHuffPost4.png Inside AfD - Die Community für Kritiker der Rechtspopulisten

(mf)

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