Kopftuch-Emoji: Warum eine junge Saudi-Araberin zu den 30 einflussreichsten Teenagern der Welt zählt

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  • Die 16-jährige Rayouf Alhumedi zählt für das "Time Magazine" zu den 30 einflussreichsten Teenagern der Welt
  • Die Muslima hat die Tech-Giganten dazu gebracht, das Emoji einer Frau mit Kopftuch einzuführen

Das renommierte "Time Magazine" kürt jedes Jahr die wichtigsten, die mächtigsten Menschen der Welt. Darunter auch die 30 einflussreichsten Teenager.

Dieses Jahr hat es die 16-jährige Muslima Rayouf Alhumedi in diese Liste der besonderen Menschen geschafft. Sie hat etwas ins Rollen gebracht, das nun Milliarden Menschen täglich verwenden können. Sie hat mit ihrer Idee dazu beitragen, dass es bisschen weniger Diskrimierung gibt:

Dank Alhumedi gibt es nun ein Kopftuch-Emoji .

Emojis sind kleine Bilder, die sich etwa für die Kommunikation in Messenger-Diensten nutzen lassen. Die bekanntesten sind wohl die Smileys, also kleine Gesichter. Millionen Menschen nutzen sie, um ihre Gefühle auszudrücken und Geschichten zu verzieren.

Kein Hidschab-Emoji für die WhatsApp-Gruppe

So auch Alhumedi, die laut Medien-Berichten 2012 mit ihrer Familie von Saudi-Arabien nach Berlin zog, da ihr Vater als Kultur-Attaché an die saudische Botschaft berufen wurde. Heute besucht sie eine Eliteschule in Wien.

Wie die meisten Teenager wollte auch Alhumedi damals eine WhatsApp-Gruppe mit ihren Freundinnen erstellen - jede Freundin sollte durch ein Emoji repräsentiert werden.

Doch ihr fiel auf: Keines der Emojis sah aus wie sie. Denn seit sie 13 ist, trägt sie als Muslimin ein Kopftuch.

“Dass es kein Emoji gab, das mich und Millionen von anderen Frauen darstellen konnte, hat mich verblüfft", sagte sie Reportern. Doch sie habe es wichtig gefunden, ihre Identität auch so ausdrücken zu können.

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Alhumedi bekam schnell Unterstützung

So reichte sie schließlich ihren Vorschlag für ein neues Emoji bei Unicode ein - das Konsortium ist für die Emoji-Standards zuständig. In ihm sitzen Vertreter von Tech-Giganten wie Apple, Google, Microsoft und IBM.

Alhumedi bekam schnell Unterstützung von Jennifer 8. Lee, Journalistin und Mitglied in der Unicode-Abteilung für Emojis. Sie hatte schon lange darüber nachgedacht ein Hidschab-Emoji einzuführen.

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Gemeinsam arbeiteten sie den Entwurf für das Emoji aus. Auch Alexis Ohanian, einer der Gründer der Plattform Reddit, unterstützte Alhumedis Vorhaben.

Seit Ende Oktober gibt es die neuen Emojis

Im Sommer präsentierte Apple dann neue Emojis, die das Unicode-Konsortium bewilligt hat - neben Vampiren, einer stillenden Mutter oder einem Igel ist auch ein Emoji einer Frau mit Kopftuch dabei.

Bei Apple ist das neue Emoji seit dem Update auf iOS 11.1 verfügbar, auf Android-Geräten ab Version 8.0. Windows-Nutzer brauchen das Fall Creators Update.

Die Einführung sei ein Schritt in Richtung Akzeptanz des muslimischen Glaubens in der Gesellschaft, sagte Alhumedi dem "Time"-Magazin. “Ich denke, das Emoji wird die Welt indirekt beeinflussen, wenn Menschen, die gegen das Kopftuch oder den Islam im Allgemeinen sind, dieses Emoji dann auf ihrer Tastatur sehen.“

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Dem Nachrichtensender CNN sagte sie: “Es ist nur ein Emoji. Aber er wird Menschen glücklich machen.”

2017-09-04-1504512891-8209760-CopyofHuffPost.png Young Urban Muslims - das Sprachrohr für alle jungen Muslime, die keine Lust haben, dass immer nur über sie geredet wird.


(sk)

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