Karl Lagerfeld nimmt kein Blatt vor den Mund - auch nicht in der Politik

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Karl Lagerfeld nimmt kein Blatt vor den Mund - auch nicht in Sachen Politik

Eigentlich muss man bei ihm immer mit so was rechnen. Karl Lagerfeld ist nicht nur ein Mann der Mode, sondern auch des Wortes. Besser gesagt: des Wort-Überfalls! Wann immer er Stellung bezieht zu großen und kleinen Dingen oder Problemen, verblüfft der deutsche Designer, von dem man nicht mit letzter Sicherheit weiß, ob er nun 79, 82 oder 85 Jahre alt ist, sein Gegenüber mit Aussagen, die mit Posaunenstärke in den Ohren dröhnen. Bisweilen bleibt dabei dem Publikum auch die Spucke respektive die Sprache weg. So wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (63), die sich Lagerfeld wegen ihrer Flüchtlingspolitik vorgeknüpft hat.

In der TV-Show "Salut les Terriens" des französischen Senders C8 warf er der deutschen Regierungschefin vor, zu viele Muslime ins Land gelassen zu haben. Gleichzeitig bezeichnete er die Flüchtlinge als "die schlimmsten Feinde" der Juden.

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Dem Moderator Thierry Ardisson sagte "Karl der Große" (Mode-Jargon) wörtlich: "Ich werde Ihnen etwas Schreckliches erzählen: Wir können nicht, auch wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, Millionen von Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen". Merkel würde dies wohl nur tun, um ihr eigenes Image in Europa aufzufrischen. Sie habe mit der Politik der offenen Türen ihr "Image als Rabenmutter" während der Griechenland-Krise kaschieren wollen.

Provokante Sprüche dieser Art produziert Karl Lagerfeld seit vielen Jahren. Dabei nimmt er sich selbst nicht aus, sondern karikiert die eigene Person oft mit beißender Arroganz oder Selbstironie.

Über sich selbst:

"Meine Mutter hat versucht, mich für das Klavierspiel zu begeistern. Eines Tages klappte sie den Klavierdeckel auf meinen Fingern zu und meinte: ,Zeichne lieber, das macht weniger Lärm'."

"Kinder wollte ich nie haben. Denn wenn mein Kind mir überlegen wäre, wäre mir das nicht recht gewesen, und wenn es mir unterlegen wäre, hätte mir das auch nicht gepasst."

"Ich bin eine Art Mode-Nymphomane, der nie einen Orgasmus hat. Ich bilde mir immer ein, ich könnte es noch besser machen."

"Man muss etwas Neues machen, wenn man den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen will."

"Man lernt nur aus seinen Fehlern. Erfolg hat noch keinem geholfen."

"Mir geht manches durch den Mund, bevor es mir durch den Kopf geht."

"Man muss das Geld zum Fenster rauswerfen, damit es zur Tür wieder reinkommt."

"Zwischen mir und dem Rest der Welt steht eine Glaswand."

"Scham ist eine Frage der Selbstachtung."

"Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund."

Über seine Landsleute:

"Wenn mich Deutsche ansprechen, um mir zu erzählen, dass sie auch Deutsche sind, sage ich immer: Da gibt's 80 Millionen von."

Über Geschmack:

"Es zeugt von geringem Niveau, teure Kleidung zu kaufen, um anderen den Reichtum zu beweisen.

"Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Straße."

"Ein Selfie ist elektronische Masturbation."

"Es gibt Menschen, die legen sich an den Strand und warten dort, dass die Inspiration zu ihnen kommt. Nur kommt die Inspiration nicht einfach an den Strand."

Über Mode:

"Mode ist die Nachahmung derer, die sich unterscheiden wollen, von denen, die sich nicht unterscheiden."

"Der emanzipierten Frau ins Stammbuch: Wer Ellbogen zeigt, kann auch Knie zeigen."

"Lady Diana war hübsch und irgendwie süß. Aber allen voran auch dumm."

"Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode."

Über das Alter:

"Jugend ist eine neue Form des Rassismus, eine Obsession. Es ist die einzige soziale Ungerechtigkeit, die es wirklich gibt."

"Wer heute als schön gilt, wird morgen kaum noch zum Putzen bestellt."

"Das Rauskommen nach einer Schau ist eine gute Disziplin für mich. Denn ich muss aufpassen, dass ich nicht aussehe wie ein alter Gartenzwerg zwischen all diesen 20-Jährigen."

"Nichts macht einen älter, als wenn man versucht, jung auszusehen."

"Zukunft ist die Zeit, die übrig bleibt."

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