Mann missbraucht Pony in einem Berliner Park - so widerlich schlachtet die AfD die Meldung aus

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GOERLITZER PARK
Besucher im Görlitzer Park | Sean Gallup via Getty Images
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  • Ein 23-jähriger gebürtiger Syrer hat in einem Berliner Kinderbauernhof ein Pony missbraucht
  • Die AfD instrumentalisierte die Meldung mit einem rassistischen Post bei Facebook

Für das Kind muss es eine verstörende Szene gewesen sein. Zusammen mit seiner Babysitterin verbrachte es einen Tag im Kinderbauernhof im Görlitzer Park in Berlin. Plötzlich musste es mit ansehen, wie sich ein junger Mann an einem Pony verging.

Die Babysitterin schoss ein Foto des Täters. Der Mann flüchtete, als er bemerkte, dass er beobachtet wurde.

Die Babysitterin zeigte das Foto den Parkläufern, die auf dem Areal für Sicherheit sorgen sollen. Diese konnten den Mann im Park ausfindig machen und festhalten, bis die Polizei eintraf.

Die Betreiber verhängten ein Hausverbot für den Tierpark, die Polizei ermittelt nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und Erregung öffentlichen Ärgernisses durch sexuelle Handlungen. Bei Verurteilung muss der Mann eine Haftstrafe fürchten.

Die AfD ist sich für nichts zu schade

Dem AfD-Landesverband in Bayern - der immerhin 14 Bundestagsabgeordnete stellt - erschien diese Geschichte offensichtlich noch nicht unappetitlich genug. Der Landesverband postete auf Facebook ein Foto eines Ponys mit der Nachrichtenzeile “Syrer (23) vergeht sich im Kinderzoo an einem Pony”. Quer über das Bild schreiben die AfD-Mitarbeiter in fetten Buchstaben: “Neue Ponys? Machen die selber”.

Dass dieser Kommentar rassistisch ist, erübrigt sich zu sagen, denn er macht aus einem Einzelfall ein verallgemeinerndes Urteil. Dazu könnte er sogar strafbar sein - wegen volksverhetzender Propaganda.

In der Aufmachung erinnert der Post an ein Plakat der AfD aus dem Wahlkampf: “Neue Deutsche? Machen wir selber.”

Wer glaubt, der Höhepunkt der Niedertracht sei hier erreicht, übersieht das perfide Kalkül, das hinter dem Post steckt. Die AfD will nicht nur beleidigen, sie stachelt ihre Anhänger auf. Und der Plan geht auf - jedenfalls wenn man nach den Kommentaren unter dem Post geht. Wer die Kommentare unter dem Pony-Bild liest, braucht starke Nerven.

Widerliche Kommentare auf Facebook

“Dass die Flüchtlinge bereits vom Baby bis zur über 80-jährigen Oma alles vergewaltigt haben, ist ja nichts Neues mehr, aber jetzt rammeln die sogar Tiere”, schreibt eine Nutzerin.

Über dem Bild eines Galgen steht: “Ein bisschen Schmuck für den Abschaum”.

Jemand droht: “Ich wüsste schon, wohin mit diesem Gesindel - gabs schon mal”. Direkter drückt es ein anderer User aus: “Die gehören echt vergast”.

Weil die Kommentare nicht mehr zu über- beziehungsweise unterbieten sind, wiederholen die AfD-Anhänger sie einfach sinngemäß. Beleidigung reiht sich an Hetze und Hetze an Beleidigung.

Die Vernünftigen kämpfen gegen Windmühlen

Glücklicherweise bevölkern nicht nur Pöbler und Trolls die sozialen Netzwerke, sondern auch Nutzer wie @svenishell.

Er bemühte sich redlich, die Hetze an den Pranger zu stellen, die perfide Taktik der AfD zu entlarven und mahnte Facebook, die Hasskommentare zu löschen. Unermüdlich kommentierte und teilte er die Posts.

Später sprang ihm dann @afdwatchbremen zur Seite, deren Redaktion zur lokalen AfD recherchiert und informiert. Auf Facebook versuchte “AfD Watch Bremen” die Diskussion wieder in vernünftige Bahnen zu lenken, indem es geduldig argumentierte und Faktenwissen einbrachte.

Geholfen hat es wenig.

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