Steigende Armut: Mehr als eine halbe Million Kinder lebt dauerhaft von Hartz IV

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CHILDREN POOR EUROPE
Children have bean soup for lunch at the Model National Nursery of Kallithea, in Athens, Greece, March 3, 2017. Picture taken March 3, 2017. REUTERS/Alkis Konstantinidis | Alkis Konstantinidis / Reuters
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  • Die Zahl der Kinder in Deutschland, die dauerhaft von Hartz IV lebt, ist gestiegen
  • Mehr als eine halbe Million Kinder sind auf die Hilfe vom Staat angewiesen

Immer mehr Kinder leben nach einem Medienbericht quasi dauerhaft von Hartz-IV-Leistungen. Mitte 2017 waren es 2,8 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor, wie die "Bild"-Zeitung am Montag unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit berichtet.

Zur Jahresmitte haben demnach gut 526.000 unter 15-Jährige seit mindestens vier Jahren entsprechende Sozialleistungen bezogen.

Dabei sei die Gesamtzahl der Dauer-Hartz-Bezieher um 4,2 Prozent gesunken: von 2,624 Millionen auf 2,519 Millionen.

Besonders stark von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind aber Alleinerziehende: Ihre Zahl stieg von knapp 630.000 auf fast 649.000.

Armutsforscher forderte Zusatzabgabe gegen Kinderarmut

Deutschlands bekanntester Armutsforscher, Christoph Butterwegge, hatte kürzlich in der HuffPost eine Großoffensive gegen Kinderarmut gefordert.

Dass derzeit mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Familien lebten, die auf Hartz IV angewiesen seien, sei mit dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes nicht vereinbar. Er schlug vor, zur Finanzierung der Offensive eine neue Abgabe als Ergänzung zur Einkommen-, Kapitalertrag- und Körperschaftsteuer einzuführen.

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Hartz IV, Wohnungsnot, Armut: Viele Menschen in Deutschland sind betroffen - hier sind ihre Geschichten

(mf)

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