"Amerika allein": Diese 9 Bilder fassen Trumps wilde Asien-Reise zusammen

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  • Seit über einer Woche reist Trump durch Asien - und irritiert mit seinen Entscheidungen und Aussagen die Presse
  • Diese 9 Bilder fassen Trumps Asien-Trip zusammen

US-Präsident Donald Trump ist auf seiner letzten Station während seiner Reise durch Asien angekommen. Er landete am Sonntag in Manila auf den Philippinen und wird dort an zwei internationalen Gipfeln teilnehmen.

Japan, Südkorea, China, Vietnam und nun die Philippinen: Es war die bisher längste Auslandsreise des US-Präsidenten.

Trumps Trip brachte nur wenige handfeste Ergebnisse ein, kuriose Schlagzeilen dagegen viele. Auch viele denkwürdige Fotos sind entstanden.

Sie erzählen die Geschichte eines Präsidenten, der die Medien zuhause mit irritierenden Äußerungen vor den Kopf stößt.

Der sich offenbar gut mit den zweifelhaften Machthabern seiner Zeit versteht - und der auch mit der längsten Asien-Reise eines US-Präsidenten seit den 1990er Jahren die Lücke nicht zu schließen vermag, die seine Politik in dieser Region der Welt entstehen lässt.

1. “Willkommen in Kenia”

Bevor es nach Japan ging, reiste Trump zunächst nach Hawaii. Der Empfang dort war nicht gerade herzlich, Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie "Wir wünschten, Sie wären nicht hier" hoch.

Und immer wieder fand sich vor allem ein Spruch auf den Plakaten: “Willkommen in Kenia”.

Eine Anspielung auf die Verschwörungstheorie, dass Trumps Vorgänger Barack Obama gar kein US-Bürger, sondern in Wirklichkeit in Kenia geboren sei. Trump hatte die Theorie 2012 auf Twitter verbreitet und wurde zu einer Art Redeführer für die sogenannten Birther-Theoretiker.

2. Alles für Trump

In Japan angekommen wurde es angenehmer für Trump. Premierminister Shinzo Abe bemühte sich sichtlich, den Aufenthalt des US-Präsidenten so harmonisch wie möglich zu gestalten. Und das, obwohl Trump zuvor laut einem Medienbericht Japan dafür kritisiert hatte, nordkoreanische Raketen nicht einfach abzuschießen.

trump abe

Abe übergab Trump eine Basecap mit dem dem Schriftzug "Donald and Shinzo, Make Alliance Even Greater" ("Donald und Shinzo machen die Allianz noch größer").

Der japanische Premier kündigte an, neue Sanktionen gegen Nordkorea anzugehen. Im Umgang mit dem Kim-Regime seien "alle Optionen" möglich, betonte Abe.

In einem anderen Punkt wollte er Trump aber dann doch nicht entgegenkommen: Der US-Präsident beschwerte sich, dass Japan seit Jahrzehnten Vorteile beim Handel besitze. Die japanische Regierung scheint aber nicht gewillt, ein neues bilaterales Handelsabkommen mit den USA zu vereinbaren.

Trotzdem nannte Abe bei einem Bankett Trump seinen "lieben Freund".

3. Donald, der Ungeduldige

trump abe

Zum Lachen brachte sein Kumpel den japanischen Premier bei einer Koi-Fütterung. Zunächst löffelten beide Regierungschefs kleine Mengen von Fischfutter in den Teich. Abe warf dann vorsichtig den restlichen Inhalt seiner Box in das Gewässer, während Trump auf theatralischere Weise den Rest seines Behälters zu den Fischen schüttete.

Dem ungeduldigen Trump konnte es offenbar nicht schnell genug gehen - wie sonst in der Politik auch.

4. Nordkorea, Nordkorea, Nordkorea

trump

Natürlich war Nordkorea eines der beherrschenden Themen auf Trumps Reise. Am Mittwoch in Seoul schickte der US-Präsident abermals eine deutliche Warnung an das Regime: "Fordert uns nicht heraus".

Im Gegensatz zu vergangenen Reden hielt sich Trump aber mit seiner säbelrasselnden Rhetorik zurück: "Amerika sucht keinen Konflikt. Aber wir gehen ihm nicht aus dem Weg", sagte er.

5. Wie ein Kaiser in China

trump china

Auch in China wurden Trump und seine Ehefrau Melania festlich empfangen. Dem US-Präsidenten wurde sogar die Ehre zuteil, als erster ausländischer Staatschef seit der Gründung der Volksrepublik in der Verbotenen Stadt in Peking zu einem offiziellen Abendessen eingeladen worden zu sein.

Auch wenn Trump den chinesischen Kaisern hier ganz nah kam, konnte der Aufwand der Gastgeber über eines nicht hinwegtäuschen: China ist dabei, den USA international den Rang abzulaufen.

Peking habe 2017 "gewonnen", und Trump habe dabei geholfen, kommentierte der US-Sender CNN kürzlich. Trumps Rückzug aus dem Handelsabkommen TPP etwa, ein geplantes Abkommen für den pazifischen Raum, bietet China die Chance, seinen Einfluss in der Region auszubauen.

6. Ka-Ching!

trump xi

Einen Erfolg konnte Trump in Peking allerdings doch vorweisen: Die USA und China schlossen ein Wirtschaftsabkommen im Umfang von mehr als 250 Milliarden US-Dollar. "Diese Geschäfte geben Trump viel Gesicht", kommentierte Professor Cheng Xiaohe von der Volksuniversität in Peking. "Es ist ein großer Erfolg für ihn."

Trump konnte sich wieder einmal als Dealmaker präsentieren. Dass die Menschenrechtsverletzungen oder die Einschränkungen der Presse-Freiheit in China nicht angesprochen wurde, war da fast schon vergessen.

Dazu passte auch: Während US-Präsident Barack Obama in der Vergangenheit Pressekonferenzen absagen wollte, wenn keine Fragen von Journalisten erlaubt seien, pochte die Trump-Delegation nicht auf dieses Recht für die Presse.

7. Trump und Russland

trump putin

Schon im Vorfeld der Reise war spekuliert worden, ob Trump sich auch mit Putin treffen würde. In Vietnam begegneten sich die beiden Präsidenten schließlich - ein formales Treffen der Staatschefs gab es jedoch nicht.

Augenscheinlich verstanden sich Trump und Putin gut. Der US-Präsident sagte hinterher sogar, er glaube Putin, wenn der beteuere, Russland habe sich nicht in die US-Wahlen eingemischt.

Der Aufschrei in den USA über diese Aussage war groß. Schließlich sind die US-Geheimdienste anderer Meinung.

Am nächsten Tag dann aber die Wende: Trump sagte auf einer Pressekonferenz in Hanoi, er schließe sich den Erkenntnissen der Geheimdienste an. Es sei dennoch wichtig, mit Russland zurechtzukommen.

Mit Putin scheint der US-Präsidenten jedenfalls gut auszukommen.

8. Dann ohne Trump

asia tpp

Im Januar hatte Trump bekanntgegeben, die USA würden sich aus dem Pazifik-Handelsabkommen zurückziehen. Die restlichen Partner sind an diesem Wochenende unterdessen zusammengerückt:

Beim Asien-Pazifik-Gipfel in Vietnam verständigten sich die elf verbliebenen Staaten am Samstag im Grundsatz auf ein Folgeabkommen. Das Bild oben zeigt Japans Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi mit Vietnams Handelsminister Tran Tuan Anh.

Die "America first"-Politik ("Amerika zuerst") von Trump könnte in diesem Fall auch "America alone" ("Amerika allein") heißen.

9. Der Diktatoren-Freund

trump duterte

Der philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte ist alles andere als ein vorbildhafter Politiker. Zuletzt kam er in die Schlagzeilen, weil er zugab, im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal einen Menschen getötet zu haben.

Duterte ist wegen seines brutalen Vorgehens gegen Drogenkriminelle, bei dem Tausende Menschen starben, höchst umstritten. Trump lobte den Mann in der Vergangenheit trotzdem - gerade für sein hartes Durchgreifen beim Thema Drogen.

Während Trump am Sonntag zusammen mit Duterte und den Regierungschefs der zehn Asean-Staaten (Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten) zu Abend aß, protestierten in den Straßen Manilas mehrere hundert Menschen gegen den Besuch. Bei Krawallen mit der Polizei gab es nach Angaben der Veranstalter mehr als 20 Verletzte.

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(amr)

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